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Inselträume: St. Helena, Ascension und Tristão da Cunha

Zu Besuch im rauen Südatlantik

Das Reiseziel für den Monat November 2017 war mit Bhutan eines für jene unter euch, die abseits von ausgetretenen Touristenpfaden das Abenteuer suchen. Ähnlich verhält es sich auch heute in unserer Reihe „Inselträume“. Hierbei verschlägt es uns in den rauen Südatlantik nach St. Helena und ihre Nachbarinselgruppen Ascension und Tristão da Cunha. Bevor wir nun die drei genauer unter die Lupe nehmen, gibt’s ein paar Facts und geschichtliche Daten über die Inseln, deren Wahlspruch „Loyal and Unshakeable“ – „Treu und unerschütterlich“ lautet.

Wissenswertes über die Inseln im südlichen Atlantik

Etwas weniger als 6.000 Menschen leben auf den Inseln im südlichen Atlantik, deren Hauptstadt Jamestown auf St. Helena ist. Politisch gehören die Eilande zum Vereinigten Königreich Großbritannien und somit zu Europa, sind aber wirtschaftlich vor allem von Südafrika abhängig. Das Klima auf St. Helena ist gemäßigt feucht, auf Ascension warm bis heiß und auf Tristão da Cunha sehr feucht und kühl.
Aufgrund ihrer abgeschiedenen Lage im Südatlantik gab es auf den Inseln nie eine indigene Bevölkerung und niemand lebte bis ins 16. Jahrhundert auf ihnen. Als erstes der Eilande wurde wahrscheinlich Ascension 1501 vom galicischen Seefahrer João da Nova entdeckt, der ein Jahr später auch St. Helena fand. Die dritte der großen Insel Tristão da Cunha rückte 1506 ins Licht der Geschichte. Bis auf ein paar Siedler, die es hierher verschlug, geschah historisch Bewegendes, für 300 Jahre nicht viel auf den Insel. 1815 war es dann, als die Briten niemand geringerem als Napoleon Bonaparte auf St. Helena endgültig gefangen setzten, dass die Inseln wieder ins europäische Bewusstsein traten. Doch dazu später mehr. In dieser Zeit annektierten die Briten auch Tristão da Cunha und 1824 wurde St. Helena britische Kronkolonie. Seit 1946 finden sich die Inseln auf der UN-Liste der Hoheitsgebiete ohne Selbstregierung und sie sind seit 2002 ein Britisches Überseegebiet

St. Helena – Napoleons Exil

Beginnen wollen wir unsere kleine Inselrundreise durch den Südatlantik auf St. Helena, die als Exil für Napoleon Bonaparte weltberühmt wurde. Etwas mehr als 4.500 Menschen leben hier, weniger als 1.600 Kilometer vor der Küste Angolas in Afrika. Jamestown ist nicht nur die Hauptstadt der Vulkaninsel, sondern auch der gesamten Inselgruppe, aber nicht die größte Ortschaft auf St. Helena. Das ist ihr Vorort Half Tree Hollow mit knapp 1.000 Einwohnern. Auf der Insel haben sich dank ihrer abgeschiedenen Lage zahlreiche endemische Arten entwickelt. Bis heute hat man mehr als 400 Lebensformen gefunden, die es nur auf St. Helena gibt und gab. Allerdings wurden viele der Arten durch die Besiedlung leider ausgerottet. Trotzdem ist die Insel immer noch ein einmaliges Ökosystem, das seit 1996 auf der UNESCO-Welterbeliste steht.
Wie bereits berichtet, entdeckte der Portugiese João da Nova 1502 St. Helena, doch die Portugiesen gründeten keine dauerhafte Siedlung hier. Der erste Einwohner war der portugiesische Soldat Fernão Lopes, der des Verrats angeklagt wurde. 1506 verließ er das Schiff, das ihn nach Portugal bringen sollte und blieb allein auf der Insel, wo er 1546 starb. 1588 machte der Engländer Thomas Cavendish und 1591 sein Landsmann James Lancaster hier Station. Im Jahre 1600 gaben die Portugiesen St. Helena auf und die Holländer besetzten die Insel bis 1651, bevor 1659 die Briten die Herrschaft übernahmen. Die Britische Ostindien-Kompanie errichtete das Ford Jamestown und baute auf St. Helena große Farmen, auf denen vorwiegend Chinesen und Schwarze arbeiteten. 1815 wurde die Insel dann zum endgültigen Verbannungsort von Napoleon auserkoren, wo er im Longwood House bis zu seinem Tod 1821 lebte. Heute ist dieses die Residenz des französischen Konsuls und ein Museum. Bedeutend war St. Helena auch für die südafrikanischen Zulu, die zweien ihrer Könige als Wohnort diente.

Ascension – die Tropische

Unsere nächste Station ist die Tropeninsel Ascension und ihre Hauptstadt Georgetown. Auf der Insel gibt es insgesamt 44 Vulkankrater und Ascension ist ein wichtiger Paarungs- und Eiablageort für Meeresschildkröten. Nachdem João da Nova die Insel entdeckte, geriet sie wieder in Vergessenheit, bevor 1701 der Forschungsreisende William Dampier mit seinem Schiff Roebuck hier auf Grund lief. Sechs Wochen saßen er und seine Mannschaft auf Ascension fest, ehe sie ein Ostindiensegler an Bord nahm. Während auf dem benachbarten St. Helena Napoleon gefangen saß, annektierte die Royale Navy die Insel, um mögliche französische Befreiungsversuche zu unterbinden. Man machte das Eiland zu einer Festung und „Steinfregatte“, damit die Marine und nicht eine Kolonialverwaltung über sie bestimmte. Nach dem Tode Napoleons wurde die Insel ein Stützpunkt des britischen Westafrika-Geschwaders, das den Sklavenhandel und Piraten bekämpfte. 1836 gelangte Charles Darwin auf die Insel und fasste den Plan, Ascension zu einer „Insel Eden“ umzuwandeln. So begann man in den darauf folgenden Jahren, Bäume und Nutzpflanzen anzusiedeln. Es entstand in kürzester Zeit ein funktionierendes Ökosystem und heute bezeichnete man das Projekt als erstes und erfolgreiches Terraforming-Experiment. Ab dem beginnenden 20. Jahrhundert entwickelte sich die Insel zu einem Kommunikationsknotenpunkt, da hier viele Seekabel zusammenliefen. Militärisch war die Insel im Ersten Weltkrieg als Stützpunkt für Funkanlagen und im Zweiten Weltkrieg für die Überwachung der südatlantischen Handelsrouten sowie zur U-Boot-Abwehr wichtig. Später bauten hier die NASA und die ESA Bodenstationen und auch eine GPS-Station gibt es auf der Insel. 1982 diente Ascension den Briten als Basis im Falklandkrieg. Heute leben etwas mehr als 800 Menschen hier und es befindet sich eine US-Militärbasis und ein NSA-Spionagezentrum auf der Insel.

Tristão da Cunha – der abgelegenste Ort der Welt

Zur kleinen Hauptinsel Tristão da Cunha gehören noch einige weitere, kleinere Inseln. Nur ungefähr 300 Menschen leben auf dem Haupteiland im einzigen Ort mit dem klingenden Namen Edinburgh of the Seven Seas. Auf der Insel stehen 2.060 Meter hohen Queen Mary’s Peak und der 1.967 Meter hohen Mount Olav, die im Grunde Gipfel eines untermeerischen Vulkans sind.
Entdeckt wurde die Insel vom Portugiesen Tristão da Cunha, dessen Namen sie trägt und erst im späten 18. Jahrhundert siedelten sich Menschen hier an. Amerikanische Walfänger jagten Seehunde, Pinguine und Seelöwen und errichteten eine Zeltbasis. 1816 übernahen die Britten die Oberhoheit, doch aufgrund der geringen strategischen Bedeutung der Insel blieben nur wenige Menschen in Fort Malcolm stationiert. Es strandeten zwar viele Seefahrer vor den Inseln und konnten sich nach Tristão da Cunha retten, doch dauerhaft blieb am Ende der Welt kaum jemand. Nach der Eröffnung des Suezkanals geriet Tristão da Cunha noch mehr ins Abseits, da immer weniger Schiffe hier anlegten. Im Ersten Weltkrieg wurde das jährliche britische Versorgungsschiff von der Admiralität eingestellt, dass die Insel endgültig vom Rest der Welt abschnitt. 1942 errichtete die britische Marine eine geheime Station mit dem Codenamen Job 9, um feindliche U-Boote aufzuspüren. Im Zuge dessen entstanden auch eine Schule, ein Geschäft und ein kleines Krankenhaus und 1943 erschien die Zeitung The Tristan Times. Zudem nahm man die Versorgungsschifffahrt wieder auf. 1961 kam es zu einem Vulkanausbruch auf Tristão da Cunha, der eine Evakuierung der Insel nötig machte. Doch schon ein Jahr später kam ein Großteil der Bewohner zurück. Mittlerweile laufen Kreuzfahrtschiffe die Insel an, trotzdem zählt Tristão da Cunha auch heute noch zu den entlegensten Orten der Welt. Es heißt, das Eiland sei die reale Vorlage für den Roman „Insel Felsenburg“ von Johann Gottfried Schnabel.

Damit sind wir am Ende unserer Reise ans Ende der Welt. Und wenn ihr euch fragt, wie ihr auf die Insel gelangt, können wir euch sagen, dass auf den Inseln immer wieder Schiffe anlegen, auf denen auch Touristen unterwegs sind. Wer für solch ein Inselabenteuer auf der Suche nach einer Begleitung ist, findet diese bei uns unter Reisepartner Insel.

Jasmine

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