Reisebericht Nicaragua

von wellenschlitzer am 18.06.2019

Mit dem Bus von Costa Rica

Herzlich willkommen in Nicaragua! Auch wenn das nichts mit meinen ursprünglichen Reiseplänen zu tun hat, habe ich heute ein größten Teils tolles WM-Finale und ein unschönes Ende einer Fussballkarriere nicht in Costa Rica, sondern in Nicaragua angeschaut. Dies ist jedem zu empfehlen.


Mittlerweile bin ich fast dankbar fuer die Zufaelle, die mich hierher verschlagen haben, da alle bisherigen Eindruecke viel schoener sind als die aus Costa Rica: Freundlichere Menschen, weniger Touris und ein gutes Gefuehl, hier zu sein. Jetzt aber mal der Reihe nach:
Gestern, San Jose, 4:30 am: Der Weckdienst des Hostels fundktioniert natuerlich nicht, sondern ist selbst eingeschlafen - gut, dass ich mir fuer ein paar Cent einen tollen Wecker (die erste Uhr, die ich seit langem besitze) gekauft habe, den ich jetzt mit mir herumtrage. Aufstehen, duschen, Zaehne putzen, Taxi bestellen (nein, es waere keine gute Idee gewesen, zu Fuss zum Bus zu gehen und ausgeraubt zu werden!), ab zum Bus, umstaendlich einchecken, Gepaeck verstauen, hoffen, dass auf dem Weg nichts geklaut wird und ab in den ungewoehnlich komfortablen, klimatisierten Bus mit superbequemen Sitzen - juhuuu!

Jetzt wird's lateinamerikanisch


Auf zur Grenze, jetzt wird's lateinamerikanisch: Zunaechst muss man verstehen, dass ueber die Grenze fahren bedeutet, dass man zunaechst aus CR ausreisen muss, um dann nach Nicaragua einzureisen, und: Natuerlich gibt's an beiden Schlatern Schlangen, die ungelogene 300m lang sind und sich zunaechst mit einer unglaublichen Geschwindigkeit von etwa 2m pro 10min bewegen. Ich habe also Zeit, in der Schlange lecker zu Mittag zu essen, Zeit fuer einen ordentlichen Nachtisch bleibt auch noch. Ich wundere mich, dass nur 2 von 8 Abfertigungsschaltern besetzt sind. An zu wenigen Grenzpolizisten kann's nicht liegen, weil der ganze Grenzuebergang nur so von den Jungs mit Schlagstock und Pistole wimmelt. Nach etwa einer halben Stunde hatte sich diese Weisheit unter den Ordnungshuetern auch verbreitet, 2 weitere Schalter wurden besetzt und ab jetzt ging's ratz fatz weiter. Nach nur einer Stunde stehe ich also mit einem costa ricanischen Ausreisestempel in meinem Pass und einem 3-Gaenge Menue im Bauch im Niemandsland zwischen Costa Rica und Nicaragua und mache mich auf den Weg zum Grenzposten Nicaraguas, um einzureisen. Die Schlangeam Schalter kommt mir seltsam bekannt vor, diesmal kostet der Stempel im Pass US$ 8,- aber abgesehen von Bergen von Papier, die man fuer jeden einzelnen Grenzuebertritt ausfuellen muss, gibt es in Nicaragua eine lustige Erfindung, deren Sinn mir bis heute schleierhaft ist:
Nach der Ankunft muessen alle Businsassen saemtliches Gepaeck aus dem Bus ausladen, um zu einer weiteren Schlange zu gehen, an deren Ende eine Ampel steht. Die Ampel kann rot und gruen anzeigen und ist mit einem Zufallsgenerator verbunden. Rot heisst Taschen auspacken, bei "gruen" gibt's das Kommando "Back to the Bus" und es kann weitergehen. Leider habe ich zu spaet gemerkt, dass niemand kontrolliert, ob man sich ueberhaupt vor die Zufallsampel gestellt hat. Absperrungen oder einen Stempel auf einen lustigen Zettel gibt's naemlich nicht. Man laeuft einfach an der Schlange entlang zurueck zum Bus, stellt den Rucksack wieder rein und das war's.

Das hiesige Ampelsystem

Ich jedenfalls stehe vor der Ampel, schicke heimlich Stossgebete in entfernte Galaxien, um grünes Licht zu bekommen, drücke auf den Knopf für den Ampel zufalls-farbanzeig-generator, und: ROT.
Ich sehe meine Chancen schwinden, an diesem Tag noch die Grenze zu ueberqueren und male mir aus, wie ich jeden Fitzel aus meinen Rucksaecken auspacke, mir Erklaerungen fuer dies und das aus den Fingern saugen muss, sehe mich bereits zwanzig Dollar aus dem Portemonnaie ziehen (die Standardsumme zur Bestechung von Polizisten), sie dem Grenzer geben und mich um ein neues Busticket kuemmern, weil mein Bus schon ueber alle Berge ist. Waehrend ich mir dessen bewusst bin, dass ich durch das Rotlicht wahrscheinlich fuer die Suenden der Welt buessen muss, sausen mir eben diese Gedanken durch den Kopf, ich bin am Suchtisch angekommen, hebe langsam den Blick, schaue dem Grenzpolizisten in die Augen, versuche harmlos auszusehen, sehe dass er den Mund oeffnet und hoere die Worte: "To the bus!" WAAAAAS! Central America at it's best!
Das Schild sagt "Bienvenido en Nicaragua" ich schlafe laechelnd ein und werde ich 2 Stunden in Granada aufwachen.

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wellenschlitzer

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