Reisebericht Österreich

von gentleman_on_dem auf 20.06.2019

schwimmende Affen & bemalte Kühe

Das ist die Maria“, so stellt uns Max Dorner einen seiner Schützlinge vor und zeigt auf einen Affen, der sich vom Baum nach unten hangelt, um nach Futter zu betteln. Für einen Moment überlege ich, ob ich im richtigen Urlaubsland gelandet bin, in Kärnten/Österreich, in der Gegen um Villach, am Wörthersee. Ja, es gibt hier tatsächlich Affen und Max Dorner ist der Haupt-Tierpfleger in dem etwa 4 Hektar großen Territorium, des Affenbergs auf dem Weg zur Burgruine Landskron.


Die hier innerhalb des Geländes frei lebenden Affen gehören den Japan-Makaken an. Tatsächlich liegt Österreich in derselben Klimazone wie Japan, so dass die in Kärnten angesiedelten, mittlerweile 109 Affen sich heimisch fühlen können, wie in ihrem angestammten Lebensraum. Kurios sind auch die Schlafplätze der Tiere: In 20 Meter Höhe in einer Astgabel, aus der sie wegen ihres ausgeprägten Gleichgewichtssinns nicht herunterfallen.

Freier Spieltrieb ohne Dressur

Wir setzen unseren Besuch im Reich der Makaken fort und erleben die seltsamsten Kunststückchen, die sich die Affen selbst ausdenken, und sehen, dass die Makaken schwimmen und sogar nach ihrem Futter tauchen können. Eine Dressur findet hier nicht statt, die Tiere sollen sich frei bewegen und werden zu nichts gezwungen. Max Dorner legt einen Apfel in das Futterrad mit Labyrinth Rande des Weges. Schnell und geschickt dreht einer der herbeigesprungenen Tiere das Rad solange hin- und her, bis der Apfel unten hinaus fällt. „Das haben die Affen schon gut gelernt“, erklärt uns der Tierpfleger, denn Makaken sind lernfähig und können ihr Wissen auch weitergeben. Auch das ausgeprägte Sozialverhalten und die strenge Rangordnung innerhalb der jeweiligen Gruppe ist charakteristisch für diese Affenart.

Besuch und Führung

Besucher des Affenbergs müssen daher auch einige „Spielregeln“ beachten, bevor es zum hautnahen Besuch in das Freigelände geht. Berühren und selbst füttern darf man die Tiere nicht. Auch der direkte Blick in die Augen sollte vermieden werden, da sich die Makaken sonst provoziert und bedroht fühlen. Die Geste des Zähnezeigens drückt kein Lachen, sondern eine Drohgebärde der sonst friedlichen Affenart aus, daher ist es wichtig, trotz des ungezwungenen Kontakts auf dem Affenberg stets einen gewissen Abstand zu halten.

Täglich erfreuen sich viele hundert Besucher dem lustigen und erstaunlich geschäftigen Treiben der Kärntner Makaken.

Betreten darf man das Gelände nur im Rahmen einer Führung, die für Erwachsene derzeit 8,50 und für Kinder zwischen 4 und 14 Jahren 4,50 Euro kostet, Gruppenpreise sind günstiger. Bis zu 150 Besucher aller Altersgruppen nehmen an den jede 30 Minuten stattfindenden Führungen teil, die etwa 45 Minuten dauern. Wer lieber intensiv und alleine mit dem Pfleger die Affen besuchen möchte, kann eine Privatführung vereinbaren.

Gegen eine einmalige Spende besteht sogar die Möglichkeit, eine Patenschaft zu übernehmen und Namensgeber eines Makaken zu werden. Der Lohn ist ein freier Eintritt zum Gelände solange das Tier lebt.

Bemalte Kühe auf der Neugartenalm – verrückte Idee in 1700 Meter Höhe

Kuriositäten sind wir nach dem Erlebnis am Affenberg aus Kärnten nun schon gewohnt, doch ist es uns noch nicht genug und wir folgen dem Gerücht, es gäbe in der Nähe der Burg Landskron auch eine Alm mit bemalten Kühen. Bemalte Kühe? Vielleicht die Lila-Kuh aus der Schokoladen-Werbung? Inzwischen sind wir auf alles gefasst und machen uns auf den Weg Richtung Gerlitzen Gipfel, der sich zu Fuß, aber auch mit dem Auto erreichen lässt. Wir wählen heute die zweite Variante und gelangen auf der Bundesstraße 98 (Milstätterstraße), kurz vor dem Ort Arriach zu einer Alm-Auffahrt mit dem Schild „Neugartenstüberl“. Zuvor durchqueren wir aber noch eine Ortschaft mit dem charakteristischen Namen „Äußere Einöde“. Das kann ja spannend werden, denke ich bei mir, aber in Kärnten wundert mich inzwischen nichts mehr.

Auf zur Neugartenalm

Hinauf geht es auf 1700 Meter bis zur Neugartenalm. Das letzte Stück ist eine mautpflichtige Straße, aber schon bald merken wir, dass sich die 6 Euro Investition gelohnt haben, noch bevor wir die viel besagten Kühe erreichen. Vorbei an herrlicher Talsicht, Naturspektakeln und Wundern der Flora gelangen wir dann endlich auf der steilen Almzufahrt an unser Ziel. Laut tönt uns bereits das Muhen der Kühe entgegen. Und tatsächlich – es liegt nicht an der Höhenluft – die Kühe sind bemalt. Aber was ist das? Nicht etwa bunte Farben, sondern Wörter wie „Buttermilch“, „Schnaps“ oder „Knoblauch-Suppe“ lese ich. Es handelt sich um das Ergebnis einer Witzelei des Almwirts Johann Maier, der vor einiger Zeit eigentlich für seine Hütte eine Speisekarte irgendwo auf der Alm anbringen wollte, um Wanderer anzulocken. Aber wo? Da kam ihm die Idee, seinen Tieren mit biologischer Farbe die Schmankerln seiner Küche auf das Fell zu schreiben – und löste eine wahre Welle von Besucherströmen aus, wie sie sich kein Werbefachmann besser hätte ausdenken können. Viele Besucher sind seither da gewesen, um sich diese neue Kuriosität des Kärtner Landes anzuschauen, zu fotografieren – und natürlich auch die Spezialitäten der Almhütte in einer Pause zu konsumieren.

Begeistert geben wir uns auf den Rückweg in unser Quartier in Villach und sind wieder einmal überzeugt: In diesem Landesteil Österreichs kann man viel erleben. Villach und die Region um den Wörthersee bilden seit je her eine der attraktivsten Gebiete Kärntens zu jeder Jahreszeit. Hier gibt es viel zu erleben, besonders für Familien eignet sich die Gegend, in der jedes Mal eine neue Attraktion wartet.

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