Reisebericht Griechenland

von AnniBunny am 21.06.2019

Abenteuer mit dem Rucksack

Ein Monat allein mit Rucksack und Zelt durch Griechenland, viele Begegnungen, ein paar brenzlige Situationen und eine tolle Zeit.


Nach 22.00 Uhr auf Korfu gelandet. Wusste noch nicht genau, wo ich schlafen soll. An der Westküste gäbe es da noch das Pink Palace, eine Partyabsteige, die auf jeden Fall noch ein Bett frei hat. Also hin. Nachdem ich ihn fragte, ob einer der Shuttle-Busse am Pink Palace vorbeiführen und er dies verneinte, fuhr mich der nette - aber mir völlig fremde- Mann hin. Ich kam tatsächlich lebendig und gut gelaunt an, aber Dennis, der nette Fahrer wollte keinen Cent haben. Mit dem Taxi hätte ich wohl locker 20 € geblecht. Dazu käme dass ich den Taxifahrer genauso wenig kenne, wie Dennis. Ungefährlicher ist es also nicht wirklich


Das schien doch ganz gut zu klappen. Das "Monstrum", wie ich meinen Rucksack liebevoll nenne, auf die Schultern und rein. Habe gleich Diane, mit der ich gemailt hatte entdeckt, die - noch bevor ich überhaupt einchecken konnte - mit drei pinken Ouzos wieder kam. Na toll, ich mag doch gar keinen Ouzo. Also runtergestürzt und weiter. Für 25 € hätte ich - wäre ich nicht erst so spät angekommen - eine Nacht plus Frühstück und Abendessen bleiben können. So blieb ich eben eine Nacht ohne Abendessen.
Bin in einem 3-Bett-Zimmer mit nur einem anderen Mädel gelandet. Schwein gehabt. Also schnell umgezogen und wieder zurück zur Rezeption, denn direkt nebenan war auch die Bar. Nach einigen weiteren Ouzos, jeder Menge Bier (zum Nachtrinken gegen den Geschmack) und einem Besuch im "Nightclub" direkt auf der anderen Straßenseite kannte ich schon die halbe Belegschaft. Viele, viele Leute aus aller Herren Länder (ich war aber die einzige Deutsche und extra für mich wurde mehrmals 99 Luftballons angespielt, welches ich aus voller Kehle mitsingen musste) stellten sich mir vor und ich verlor schon sehr bald den Überblick. Man darf dabei ja nicht vergessen, dass ich bereits am Flughafen in Hannover mit dem ersten und zweiten Bier gegen die Aufregung angefangen hatte.
Irgendwann schaffte ich es aber doch, mich unauffällig hinaus zu schleichen und ins Bett zu gehen.


Durst, schrecklicher Durst!


Aber bevor ich frühstücken durfte, musste ich mein Zimmer räumen und auschecken. Dies klappte auch (wahrscheinlich vor Vorfreude auf Getränke zum Frühstück) recht flott. Dann mit Bella, meiner Zimmerpartnerin, gefrühstückt. Getränke waren nicht inklusive, so kaufte ich mir einen Liter Apfelsaft und stürzte ihn herunter. Um 11.00 Uhr kaufte ich mir eine 1 1/2 Liter Flasche Wasser, die ich noch einen Monat lang mit mir herumschleppte, schulterte mein Monstrum und legte los.

Es ging ein Mal quer durchs Land, von der West- an die Ostküste bis nach Kerkira, der Hauptstadt Korfus, von wo aus ich mit der Fähre aufs Festland fahren wollte. In Igoumenitsa, angekommen wollte ich mich auf die Suche nach dem E6, einem Europafernwanderweg machen, der von Igoumenitsa im Westen Griechenlands, bis nach Alexandroupolis, im Osten führte.
Nachdem ich völlig verkatert eine halbe Stunde bergauf gelaufen war, war ich völlig verschwitzt und merkte, dass mein Training noch nicht so gut war. Ich hatte zwar zu Hause schon meinen Rucksack mit 15 Kilo an Büchern und Klamotten vollgepackt und war mit ihm locker zwei Stunden lang zur Probe quer durch den Wald gelaufen, doch das war nicht zu vergleichen mit den bestimmt 18 Kilo, die ich in der Sonne bergauf schleppte. Ich musste wohl noch ein wenig mehr trainieren.
Einen Fußweg gab es natürlich nicht, so musste ich am Straßenrand entlanglaufen. Dies war gar nicht so einfach. Ging man zu weit auf der Straße, so lief man Gefahr, überfahren zu werden und ging man zu sehr auf dem hoch bewachsenen Seitenstreifen, so konnte es gut sein, dass man auf eine Schlange trat, denn auf dem Seitenstreifen waren so einige größere und kleinere plattgefahrene Schlangen und irgendwo müssen diese ja auch her kommen.

Auf dem Mofa in Griechenland


Auf dem Weg traf ich noch zwei deutsche Pärchen, die mit zwei Mofas unterwegs waren. Einer hatte eine Panne und sie warteten auf dem Vermieter, der dieses Problem lösen sollte. Ein guter Grund, um endlich einmal eine kleine Pause einzulegen.
Um 15.00 Uhr war ich irgendwo mitten in der Stadt angekommen. Alles war eng, staubig, heiß und laut. Und mein Rucksack und ich mittendrin. Wie ich zum Hafen kommen sollte, wusste ich nicht. Ich hatte mit nur "Ferri-Bot", das griechische Wort für Fähre gemerkt, war aber irgendwie niemand verstand. Irgendwann hielt Akis sein Mofa an und fragte auf Englisch, wo ich hin wollte. Als ich ihm von meinem Vorhaben erzählte, war er völlig irritiert. Ich wolltejetztschon wieder los? Nein, er kenne einige Leute, bei denen ich umsonst übernachten könne, das wäre doch gar kein Problem, ich solle doch unbedingt noch bleiben und mit ihm am Abend noch was trinken oder so. Als ich freundlich aber bestimmt sagte, dass ich aberwirklichnoch heute aufs Festland wolle, lud er spontan mein Monstrum vorne aufs Mofa (ich weiß nicht, wie er damit überhaupt noch lenken konnte), mich hinten drauf und fuhr mit einem Affenzahn im Slalom um die Autos zum Hafen. Wenn er nicht gewesen wäre, dann wäre ich wahrscheinlich nie angekommen, denn der Hafen ist recht schwer zu finden und war auch noch ziemlich weit weg. Nun "musste" ich mich aus Höflichkeit noch auf eine Fanta einladen lassen, dann zeigte er mir die richtige Fähre.
Um 16.00 Uhr ging dann die Fähre. Ich bedankte mich bei Akis und ging rein.
Auf der Fähre traf ich auf Gudrun, sie hatte eine Marktkauf-Tüte in der Hand, war also leicht als Deutsche zu erkennen, und war wie ich allein unterwegs. Wir kamen schnell ins Gespräch. Sie vermittelt in erster Linie allein reisenden Frauen mittleren Alters schöne Hotels mit Programm. In der Nähe von Igoumenitsa sei ein Hotel, das sie neu ins Programm aufgenommen hatte und sich nun selbst einmal ansehen wollte. Da ich noch keine Ahnung hatte, wo ich die Nacht verbringen solle, nahm ich ihr Angebot, erst einmal mit ihr zu kommen gerne an.

Eine Führung auf dem Festland


Auf dem Festland holte uns Yannis (jeder zweite Grieche scheint Yannis oder Nikos zu heißen), der Besitzer ab und brachte uns zum Hotel. Ich machte eine Führung mit, sah den Kreativraum, den Meditivraum, hörte vieles über mir fremde Dinge, wie Chi Gong, Tai Chi, Yoga und Meditation und genoss den großartigen Blick aufs Meer. Gudrun lud mich im Hotel zum Essen ein und wir überlegten gemeinsam, wo ich denn nun mein Zelt aufschlagen solle. Nachdem die Sonne untergegangen war stolperten wir den steilen Weg hinab zum Strand, wo wir zuvor einige Wohnmobile entdeckt hatten. Diese gehörten ein paar Deutschen (die Deutschen sind auch einfach überall vertreten), die mich sogleich herzlich aufnahmen. Barbara, eine neue Nachbarin half mir, in der Dunkelheit mein Zelt aufzubauen und schon bald saß ich zusammen mit Irmela, Helmut, ihren Kindern Marco (mittlerweile 5) und Tanja (2), Barbara und Dieter, den Nachbarn aus dem anderen Wohnmobil am Lagerfeuer und bewunderte die vielen, vielen Sterne. Mein Zelt stand dabei direkt am Strand. Zum einschlafen hörte ich noch immer das Wellenrauschen.

kleine Buchten- immer eine Perle


Die kleine Bucht ist bei Tage noch viel schöner! Sie liegt zwischen Perdika und Sivota, eine Ecke südlich von Igoumenitsa. Es ist ein Kiesstrand mit klarem, sehr sauberem Meer und einer kleinen unbewohnten Insel in erschwimmbarer Nähe. Drumherum gibt es viele Felsklippen und weitere malerische Buchten. Ich beschloss, vielleicht doch noch eine weitere Nacht zu bleiben, denn der Ort war wirklich der Wahnsinn und mein Muskelkater brachte mich außerdem bei dem Gedanken an meinen Rucksack fast um. Aus verschiedenen Quellen (sie waren sich aber alleganzsicher, dassnurihre Aussage stimmte), bin ich gestern 15, 18 oder 45 Kilometer gelaufen. Die 45 halte ich trotz fiesem Muskelkater doch für unwahrscheinlich, denn die hätte ich in nur vier Stunden nie geschafft. Außerdem war das Akis Aussage und dem glaube ich eh kein Wort, seitdem er hinkend sein altes Mofa schob und mit gelähmtem Gesicht erzählte er sei Arzt. Es scheint hier recht einfach zu sein, Arzt zu werden ..

Um 08.00 Uhr wachte ich endgültig auf. Vor Angst und Muskelschmerzen hatte ich kaum geschlafen. Das Wetter schien perfekt zum wandern, bewöklt, kühl und windig.
Trotzdem ließ ich mein Zelt stehen und ging hoch zu Gudrun. Zusammen machten wir uns auf den Weg nach Sivota, das kleine aber hübsche Hafenörtchen, das 2, 3, 4, 5, 8, 11 oder 12 Kilometer entfernt liegen sollte. Wir waren etwa eine Stunde unterwegs, fotografierten aber auch viel zwischendurch. Wollte ursprünglich nur den Hafen angucken und zum Supermarkt, um Spiritus für den Kocher, Bier, Frühstück und Zigaretten zu kaufen. Plötzlich fielen riesige Regentropfen vom Himmel. Es regnete etwa drei Minuten lang in Strömen, dann war alles vorbei. Das Einkaufen hatten wir allerdings vergessen. Zurück "zu Hause" gab es wieder Lagerfeuer, allerdings ohne Bier und mit wenigen Zigaretten.

Hauptsaison Griechenland- wie ist das wohl?

Der Blick runter zu "meiner" Bucht, dem ersten und bisher schönsten Zeltplatz.
Pause machen.
Alle Strände sind Menschenleer. Ich will nicht wissen, wie es hier zur Hauptsaison aussieht.
Zwischen Sivota und Perdika, wenn man zu Fuß geht, kann man immer anhalten, um Fotos zu machen ..
Die Küsten sind hier echt der Wahnsinn ... man kann gar nicht aufhören zu fotografieren
Und immer wieder zwischendurch eine kleine Bucht
Man will am liebsten gleich runterlaufen und ins Wasser gehen.
Am Hafen von Sivota. Endlich mal ohne Rucksack unterwegs!
Ein Platz direkt am Meer! Das Land rechts ist das Festland und das links eine kleine erschwimmbare Insel. Dazwischen sind mein Zelt und ich...

Viel Spaß beim Lesen!

Bei JoinMyTrip findest du bestimmt einen Griechenland Reisepartner für deine nächste Reise.

AnniBunny

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