Reisebericht Norwegen

von Enduroabenteuere auf 23.05.2019

Fjorde, Fische ,Fähren

Es war schon eine heftige Überfahrt mit der schnellsten Autofähre der Welt, die HSC Fjordline Cat, die mich ca.120Km über die Meeresenge Skagerrak von Hirtshals nach Kristiansand/Norwegen in nur 2 ¼ Stunden mit Magenverstimmung brachte. Aber kaum angekommen und ohne Kontrolle durch den Zoll gefahren, die Gott sei Dank mein Bier und Weindepot nicht durchgefilzt haben, bot sich eine ganz besondere Landschaft dar, die man sonst hier in Europa nirgends sehen kann.


Norwegens Fjorde

Der Weg, der sich durch die Fjord-landschaft im Westen des Landes schängelt, war mein Ziel.Im wahrsten Sinne des Wortes fährt man tatsächlich im zick- zack Kurs durch eine atemberaubende Kulisse immer entlang an Flüssen, Seen oder am Ufer von breiten oder schmalen Fjorden. Die Überfahrt mit der Fähre an die andere Seite des Ufers ist des Öfteren unvermeidbar. Das erste Highlight was sich mir bot , war der “Preikestolen“; es ist eine Aussichtskanzel , etwa halb so groß wie ein Fußballfeld, an dessen Rand man sich möglichst , wenn überhaupt nur im Liegen nähern sollte.Denn ohne Sicherungszaun geht es senkrecht 600 m in den Abgrund hinab bis zum schmalen imposanten Lysefjord .Hier ist auch DER Spot für BASE-Jumper. Wandermöglichkeiten gibt es hier jede Menge; so ist auch der “Kjerakbolten“ , ein in ein Bergspalt eingekeilter Felsblock 1000m über dem Lysefjord ein Magnetpunkt für Norwegenreisende , auf den sich nur die mutigsten wagen , um sich dort ablichten zu lassen. Da diese “Hotspots“ nicht gerade vor der Hütte liegen, sollte man sich ordentliches Schuhwerk mitnehmen, um diese 2-3 Stunden kräftezehrenden Wanderwege pro Tour zu meistern. Mein Weg wird immer wieder begleitet von majestätischen Wasser-fällen ,die mich immer wieder zu einem kurzen Foto-Stop verleiten; so gibt es einen mit dem Namen Steindalsfossen ,hinter den man gehen kann ohne nass zu werden .Mit der Sonne im Rücken geht es immer Rich-tung Norden; vorbei an malerischen Fischer-dörfern , wo die Jugendlichen abends die Motorboote aus der Bootsgarage rausholen, um noch ein paar Runden in der Bucht zum Vergnügen zufahren.Ein lohnenswerter Besuch mit viel Sightseeing ist die alte Hansestadt Bergen ; die regenreichste Stadt in ganz Norwegen.

Ein Welterbe der UNESCO

Ganz besonders kann man auf Entdeckungstour im alten Hanse- viertel Brygge gehen , wo die Blütezeit des Handels und Transports im 15./16. Jh. war. Zwar wurden die alten Holzhäuser immer wieder durch Brände zerstört, jedoch erfolgte der Wiederaufbau im alten Stil, und heute steht sie auf der Liste des Welterbes der UNESCO. Eine tolle Aussicht auf Bergen hat man aus der Vogelperspektive, wenn man in die Kabelbahn direkt in der Altstadt steigt und sich in wenigen Minuten zum 320m hohen Aussichtsberg Flöyen bringen lässt. Die sportliche Variante ist es, dem steilen Wanderweg zu folgen, der ca.1 Stunde in Anspruch nimmt.

Eine der schönsten und aufregendsten Eisenbahnstrecken der Welt

Den nächsten Zwischen-stop unternahm ich am Ende des Auerlands-fjords in Fläm. Hier wird eine Elektrolok in Bewegung gebracht, die auf ihrer Bahn-strecke Fläm-Myrdal (soll eine der schönsten und aufregendsten Eisenbahnstrecken der Welt sein), auf 20 Km einen Höhenunter-schied von 865m bewältigt, was einer Steigungsrate von 55 Promille entspricht. Das bedeutet Weltrekord. Die meisten Touristen fahren mit dieser Bahn zu diesem “Höhepunkt“, um dann mit Leihfahrrädern, auf der vor über 100 Jahren parallel angebrachten Arbeiter und Versorgungs-strecke zurück zu rollen. In meinem Interesse lag diese recht deformierte und teils sehr steile und ungesicherte Piste unter den neuen Stollenreifen, in entgegen-gesetzte Fahrtrichtung , die sich bis auf ein Plateau auf 1300m hinauf schraubt, und mit einer Gesamtstrecke bis Haugestol in 82 Km Entfernung ,zu nehmen .Vorbei an Wasser-fällen, tiefblauen Seen, Überquerung von rauschenden Flüssen auf Holzbrücken , Offroadtunnel, Felsspaltdurchfahrten sind die Highlight auf dieser Strecke , die einem Enduristen das Herz höher schlagen lässt. Der Name dieser Piste “Rallarvegen“ ,ist schon in der Mountain-Bike Szene ein Begriff jedoch bei Enduristen ein Geheimtipp. Bevor ich nun den längsten Straßentunnel der Welt mit 24,5Kilometern befahren konnte, wid-mete ich meinem zweiten Hobby in Auerland Aufmerksamkeit; denn hier konnte ich Gleitschirmfliegen.

Gleitschrimfliegen in Norwegen

Alle Faktoren passten: Wind und Wetter:optimal, Höhenunterschied von 800m -mehr als genug, Transfer zum Startplatz war auch vorhanden , denn gerade dieses Wochenende wurde hier ein Wett-bewerb im Acrofliegen von ein paar Freaks veranstaltet, denen ich mich anschloss, allerdings nicht im Acrofliegen ;mir reicht das Genussfliegen.Was sich mir dann von oben, am längsten Fjord der Welt, dem Sognefjord mit 204Km bot war unbeschreiblich. Man muss es erleben! Es werden hier auch Charterflüge mit Ultralight-Flugzeugen an-geboten, von denen auch welche auf dem Wasser starten und landen können. Auf dem Weg nach Norden lag auch der Nationalpark Jostedalsbreen mit dem größten Plateau-gletscher (ca.480 qkm) des europäischen Festlandes.Ich konnte nur die “Zunge“ dieses Riesen, der ganz schön zurück geschmolzen ist, bewundern. Hinweisschilder deuteten auf dem Weg dort hin, weit der Gletscher noch in 100 Jahr-Intervallen ragte. Nun, da es in Norwegen für das Salzwasserangeln keiner-lei Erlaubnisse erfordert, habe natürlich meine mitgebrachte Angel des Öfteren vom Ufer ins Wasser gehalten, allerdings mit mäßigen Erfolg , denn um richtige Brocken aus dem Wasser zu ziehen, Bedarf es größeren Geschützes.Ein großes Motorboot hatte ich nicht .Mieten war zu teuer; also packte ich mein Schlauch-Kajak aus und paddelte damit zu einer kleinen unbe-wohnten Insel im offenen Meer, zog dabei einen sog.

Fische und Häuser

Heringspaternoster mit mehreren Haken hinterher , was sich als eine gute Idee herausstellte, denn es bissen tatsächlich Fische an. Auf der Offshore Seite der Insel schleuderte ich dann denn Haken meiner Angel weit ins Meer, was wieder den gewünschten Erfolg brachte. Mein Abendbrot war gesichert. Holzarchitektur wird im Fjordland nicht nur im Häuserbau groß-geschrieben; schon im12 Jh. wurden die berühmten Stabkirchen aus massivem Holz errichtet. Es gibt noch 29 dieser Gottes- Häuser in gutem Zustand. Teilweise sind sie originalgetreu restauriert und mit Teer komplett versiegelt. Da fragt man sich: Wo bekam man Teer vor 850 Jahren her. Kurios erschien mir auch der Dächerbau einiger Häuser .Bei uns wächst das Gras im Garten; bei denen auf dem Dach; ja sogar die Tannen wachsen dort. Auch die meisten Buswartehäuschen hatten ein Grasdach. Nun, da offenes Feuer in den Sommermonaten gänzlich verboten war, fand ich zufällig einen Grillplatz an einem See wie aus dem Bilderbuch .Hier konnte ich mit dem eingesammelten Treibholz nach herzenzlust mein Lagerfeuer entfachen ,auf dem dann die Lammkoteletts brutzelten.

Der Geirangerfjord

Mein nächstes Ausflugsziel mit der Enduro war der Geirangerfjord, der von allen Kreuzfahrt-schiffen angesteuert wird und der schon auf 62 Grad nördlicher Breite liegt. Die “Sieben Schwestern“(Sieben nebeneinander-liegende, hochherabstürzende Wassermassen) sind hier die Hauptattraktion, die in der Hochsaison mit vollbeladenen Ausflugs-schiffen angefahren werden. Das sonst im Winter friedliche Dorf mit ca.300 Einwohnern, ist in der Hauptsaison hoffnungslos überlaufen. Auch viele Seekajakfahrer starten hier ihre Touren zu den Wasserfällen. Ein kleiner Geheimtipp ist der Blick vom knapp 1500m hohen Dalsnibba auf den Fjord, für dessen Weg auf den letzten Kilometern, man eine Maut von 11 Euro berappen muss. Immer wieder fasziniert mich der Straßenbau der Norweger, der nicht selten durch den Einsatz von Helikoptern unterstützt wird.

Die Tunnels in Norwegen

Oft fährt man durch unendlich lange Tunnel; dann wieder raus über eine Hängebrücke, um dann gleich wieder im Tunnel zu ver-schwinden. Eine Maut wird nicht so oft verlangt; jedoch sind viele kleinere, ungeteerte Nebenstrassen privat und mit einer Geld-kassette versehen in die man seinen Obolus hineinwerfen kann. Dem ehrlichen Wege-benutzer sei Dank. Wettertechnisch gesehen war bis auf Schnee alles dabei. Ein Temperaturunterschied von 20 Grad konnte ich auf dem Aussenthermometer in dieser Zeit ablesen. Die 3,5 Grad + habe ich auf einer baumlosen, kargen Hochebene im Jotun-heimen Nationalpark, auf der Touristik-strasse bei Nieselregen, erleben können. So sehr das Meer, oder der Fjord an sonnigen Tagen zum baden einlud, war dies heuer auf Grund der Feuerquallenplage nicht ratsam.

Schwimmen in den Flüssen und Gletscherseen

Überall diese schwimmenden “Minen“. In den Gletscherseen oder Flüssen war es zwar möglich, doch so abgehärtet bin ich dann doch nicht. Mit Regen gehen die Norweger belangloser um als wir. Bei strömendem Regen und 10 Grad +, konnte ich aus meinem molligaufgeheizten mobilen Heim beobachten, wie sie ihre Kinder, eingepackt in Regenanzügen zum Kanukurs brachten. Sie spielten und tobten bis jeder an die Reihe kam, cals wäre es das sonnigste Wetter. Es gibt sogar Geschäfte nur für Regenbekleidung und sogar Regenschirm Temperaturen. Und es ist nicht verwunderlich, wenn die Hausfrau mit Schirm, bunten Gummistiefeln und “Ostfriesennerz“ modisch aus dem Haus geht.

Norwegen:ein raues Land voller Kontraste

Woo Aktivurlaub, Outdoor Sportarten, Feste ,Kunst, Kultur und Unterhaltung großgeschrieben wird, zieht die Menschen aus nah und fern an; sogar Autokennzeichen aus Weißrussland und Bulgarien konnte ich sehen. Leider sind die Preise nicht für das deutsche Durchschnittseinkommen gemacht. Der Euro ist dort nur die hälfte, wenn nicht sogar ein drittel Wert. Dies bekam ich zu spüren,als ich mir an einem sonnigen Tag ein Eis gönnen wollte. Ich bin dann rückwärts aus der Eis-Diele gegangen, als ich den Preis für eine einzige Kugel mit sage und schreibe 3,75 € umgerechnet, gesehen habe. Es ist wohl das teuerste Land Europas. Aber darauf sind die meisten, mit Auto oder Wohnmobil anreisenden Urlauber eingestellt und packen sich das Vehikel voll. Auf gut 2000 Kilometer, die ich dort hinter mich gebracht habe, konnte nicht einmal ein Elch zu Gesicht bekommen, obwohl Verkehrsschilder zig Mal davor gewarnt haben. Eine Portion Geduld und Ausdauer im Beobachten sollte man schon mitbringen, wenn man wilde Rentierherden in der menschenleeren und schwer zugänglichen “Hardangervidda“(eine tundraähnliche Gebirgshochebene)im Süden des Landes sehen möchte. Felle von diesen Tieren gibt es in jedem Souvenirshop zu kaufen. Schwer ist es auch andere arktische Tiere dort zu entdecken, wie den Polarfuchs, Schneeule, Schneehase, Lemminge, Hermeline oder den seltenen Vielfraß. Mein Fazit auf diesem 4 wöchigen Roadtrip: Ich würde wieder jederzeit in dieses Land fahren, wo die Menschen sehr offenherzig und freundlich einem gegenüber stehen; wo die Natur ein Paradies für Outdoorfreunde ist, egal ob zu Lande,zu Wasser oder in der Luft. Man könnte sagen,es ist das “europäische Alaska“ im Land der Wikinger. Ösian Öner

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