Reisebericht polnisches Dreiländereck

von gentleman_on_dem am 21.06.2019

Natur - Genuss - Kultur

Im Dreiländereck zur Ukraine und Slowakei liegt die südöstlichste Region Polens- Podkarpackie, zu deutsch 'Vorkarpaten'. Hier trifft man sehr unterschiedliche Dörfer, die früher von ethnischen Gruppen Lemken, Bojken und heute von Pogórzan und Lasowiaków bewohnt wurden. Ursprünglichkeit und unberührte Natur kennzeichnen die Region und kennzeichnen Sie als Paradies für Aktivurlaub und Kulturgenuss.


Ein Besuch der Region Podkarpackie lohnt sich zu jeder Jahreszeit. Die Blüte und das Grün des Frühlings, die Wärme des Sommers, die besonders schönen Farben des Herbstes und die weitreichenden Möglicheiten des Wintertourismus lassen diese Gegend Polens zu einem Erlebnispark für Individual- und Aktivtouristen werden, Massentourismus gab und wird es hier nicht geben, um die Einzigartigkeit der Region langfristig zu erhalten.

Naturerlebnis Kleinbeskiden und Bieszczady-Gebirge - Aktivtourismus nicht nur für Sportler

Als europäische Oase für verwilderte Natur und touristische Attraktion für Freunde ausgedehnter Wanderungen in beeindruckender Landschaft gilt zweifelsohne das Bieszczady-Gebirge mit seinem Naturpark, der sogar in die Bioreservatenliste der UNESCO aufgenommen wurde. Die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt gestalten einen Spaziergang in den Wäldern des Gebirges zu einem besonderen Erlebnis, wer etwas Glück hat trifft sogar einen der 124 Braunbären, die in diesem Gebiet noch leben. Aber auch Wölfe, Luchse oder Wisente, Falken und Adler sind hier keine Seltenheit. In fast jedem Dorf sieht man zudem zahlreiche Störche, in Deutschland fast ausgestorben, leben sie hier in direkter Umgebung des Menschen.
Die erste Gruppe, die diese Region nach dem 2. Weltkrieg durchwanderte, waren einige Freunde aus Krakau unter Führung des jungen Priesters Karol Wojtyła, des späteren Papst Johannes Paul II.
Ein besonderes Erlebnis bildet auch eine Fahrt mit der einzigartigen Schmalspurbahn. Ende des 19. Jahrhunderts gebaut diente sie damals als wichtiges Transpormittel in den königlichen Dörfern am Fuße der Grenzbeskiden. Die Bahn fährt heute die sehr abwechlungsreiche Strecke entlang des Flusses Solinka von dem Ort Majdan nach Cisna und Dołzyca und erföffnet dabei den Blick auf immer weitere Panoramen an der Grenzkette des Bieszczady-Massivs. Eine Hin- und Rückfahrt kostet 23 Zloty (6,70 EUR) für Erwachsene und 17 Zloty (5 EUR) für Kinder über 3 Jahren.
Weitere Details: http://www.kolejka.bieszczady.pl/.
Weitere Angebote des Aktivtourismus sind beispielsweise Drachenfliegen das vor allem in Bezmiechowa neben der Stadt Łesko möglich ist. Fahrradfreunden bieten sich ausgedehnte Routen, nähere Informationen dazu: http://www.zielonyrower.pl/index.php?lang=en

Segler kommen am malerischen 'Jezioro Solinskie', dem Solina-See auf ihre Kosten, ein Stausee im Herzen der Region, hier kann man vor allem vom Ort Solina Góra Jawor aus starten. Kanusportlern bietet sich vor allem die Paddelroute auf dem Fluss San von Sanok bis Przemyśl als unvergessliches Erlebnis an. Auch Reiten ist ein beliebter Sport im Bieszczady-Gebirge. Auf dem Gebiet des -Bieszczady - Nationalparks sind auch spezielle Routen für Reittourismus festgelegt.

Holzkirchen - Schwejkroute und Schlösser - KulTour in Podkarpackie

Das Freilichtmuseum in Sanok bietet einen eindrucksvollen Einblick in die Geschichte und Architektur der ethnografischen Gruppen in Podkarpackie. Mehr als 100 Objekte des Holzbaus aus dem 17.-20. Jahrhundert, darunter zahlreiche greco-katholische und orthodoxe Holzkirchen, aber auch Dorfschulen, Gasthöfe und eine Wassermühle sind hier originalgetreu nachgebaut. Details dazu:
http://skansen.mblsanok.pl/a/stronaa.php?id=stronaa

Im Ort Haczów steht die älteste Holzkirche Europas 'Sanktuarium Matki Bozej-Bolesney', die auch in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Erbaut im Jahre 1388 mit Erlaubnis von König Kazimierez.
Details: http://spuscizna.org/spuscizna/haczow.html

Empfehlenswert besonders für kulturinteressierte Wanderer ist die Ikonenroute im Tal des Osława-Flusses von Sanok nach Radoszyce, auf der sich die bedeutensten Kirchen der Region Podkarpackie befinden.
Auf den Spuren des Handwerks in Podkarpackie ist die Töpferroute beginnend von der Ortschaft Medyinia Głogowska mit den umliegenden Dörfern von besonderem Interesse. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es hier etwa 120 Töperwerkstätten, noch heute kann man sich die Fertigung anschauen, so zum Beispiel in der Galerie Gancarska: http://www.gok-czarna.pl/asp/pl_start.asp?typ=13&menu=15&artykul=139&akcja=artykul

Der bekannte Soldat Schwejk


Ein Teil der internationalen Reiseroute des bekannten Soldaten Schwejk verläuft durch Podkarpackie. So kann man in Sanok in der '3-Maja-Straße' sogar ein Bronzedenkmal des braven Soldaten auf einer Bank sitzend antreffen und sich für ein Foto als Andenken dazu setzen.

Podkarpackie ist gekennzeichnet durch zahlreiche Renaissance-Schlösser. Eines der bedeutendsten und besterhalten findet man in Łancut. Der ausgedehnte Schlosspark lädt ausserdem zu einem entspannenden Spaziergang ein. Details: http://www.zamek-lancut.pl/de/SchlossHeute .
Auch sehenswert in der Umgebung von Przemsyl nahe der ukrainischen Grenze ist die 1628 errichtete Bernhardiner-Basilika im Ort Leżajsk, deren Orgel als die größte Europas gilt. Die Kirche steht daher auf der Liste der UNSECO-Weltkuturerbe: http://www.polenfuralles.de/imposante-orgel-lezajsk.html

Die Genießer-Route - zwischen Wellness und Agrotourismus

Besonders die Region Podkarpackie zeichnet sich durch seine ursprüngliche und intensive Küche und regionale Spezialitäten aus. Ein typisches Mahl der Region ist deftig und enthält meistens Fleisch, Kartoffeln Schmalz und Brot. Besonders in agrotouristischen Hotels wie in dem Ort Ustryzki Dolne und dessen Umgebung erhält man durch die Küche und die Ausgestaltung der Räumlichkeiten einen besonderen Eindruck von der Lebensweise der Region.
Übernachtungstips:
http://www.willastasia.republika.pl/en_index.html und
http://www.debowagazdowka.pl

Eine regionale Attraktion ist das Brotfest (in diesem Jahr am 10. August 2008) in Ustryzki Dolne. Hier sieht man außerdem die polnisch-sowjetischen Grenzsteine, zurückgehend auf die Zeit, als dieser Ort nach dem 2. Weltkrieg aufgrund der Entscheidung vom 4. Februar 1945 in Jalta russisches Territorium war. Später in den 50er Jahren hat man Polen dieses Gebiet zurückgegeben. Das Fest findet einmal jährlich statt und wird organisiert von dem Wirt der agrotouristischen Unterkunft 'U Flika'. Die Veranstaltung ist einzigartig in der Region Podkarpackie, ebenso wie die Art des Brotbackens: Auf Meerettich- und Kohlblättern wird in einem Holzofen das Brot nach einer traditionellen Rezeptur gebacken. Details zur Übernachtungsmöglichkeit: http://www.uflika.com.pl/ .

Weinanbau in Jasło



Eine echte Seltenheit nicht nur in Podkarpackie, sondern für ganz Polen ist der Weinanbau in Jasło. Drei kleine Weingüter produzieren hier jeweils etwa 4000 Liter Wein jährlich, darunter Sorten wie Sauvignon blanc, Roeslar und Muskat-Rondo.
Jährlich wird hier ein Weinfest veranstaltet. Details:
http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051109038&phrase=jaslo und
http://www.winnicajasiel.pl sowie
http://www.winnica.golesz.pl/ .

Eine echte Kuriosiät ist der Grieche Nikos Monolopulos, der in den 50er Jahren in die Region kam und in der Nähe von Biesczcady als einziger den Käse 'ser wołomski' nach altem, griechischen Rezept herstellt.

Besonders schön gestaltet ist auch der Marktplatz in der Regionshauptstadt Rzesów, auf dem in den Sommermonaten zahlreiche Festivals stattfinden und der mit seinen Cafés besonders einladend wirkt. Details: http://www.erzeszow.pl/de/

Auf der Suche nach Wellness und Gesundheitspflege empfiehlt sich besonders der Kurort Bad Rymanow, der auf eine 125jährige Geschichte zurückblickt. Durch seine Heilquellen können dort verschiedene Krankheiten wie Harnwegserkrankungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Bronchen- und Lungenkrankheiten kuriert werden. Details: http://uzdrowisko-rymanow.com.pl .

Informationen zur Region



Daten und Fakten zur Region Podkarpackie

Die Woiwodschaft Podkarpackie liegt im Südostpolen und grenzt auf einer Länge von 134 km an die Slovakei und auf einer Länge von 236 km an die Ukraine. In der Woiwodschaft Podkarpackie wohnen 2.097 Mio. Einwohner, also 5,5 % der Gesamtbevölkerung Polens. Die Bevölkerungsdichte beträgt 118,7 Personen pro Quadratkilometer. Im dicht bewohntesten Landkreis Łańcut beträgt die Bevölkerungsdichte 172 Personen pro Quadratkilometer. Der am wenigsten bewohnte Landkreis ist Landkreis Bieszczady mit 26 Personen pro Quadratkilometer, die Hauptstadt der Region ist Rzezòw, die auch über einen internationalen Flughafen verfügt, von dem sogar Direktflüge in die USA, nicht aber nach Deutschland möglich sind.


Wie kommt man hin?



Der schnellste - und preiswerteste - Weg ist die Flugverbindung mit einem 'Billigflieger' (z.B. mit easyJet von Dortmund) nach Krakow und von dort mit dem Zug nach Rzesow und in die Region. Alternativ geht es mit dem Auto ab dem Grenzübergang Zielona Góra auf der A4 immer geradeaus in Richtung Rzesòw.
Geführte Gruppenreisen in der Region veranstaltet Bogusław Pleskacz: http://www.eko-karpaty.com

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