Reisebericht Nosara

von trottamondi am 18.06.2019

Per Anhalter ans Ende der Welt

Nach der langen Fahrt komme ich endlich an meinem Ziel an, in Nosara. Der Ort ist wirklich abgeschieden kann man sagen, der Bus wendet hier und fährt wieder zurück nach San José. Nach Nosara gibt es nichts mehr, die Straße geht einfach nicht weiter. Wo bin ich hier denn gelandet? Ich bin verwirrt, weil ich keinen Strand sehe, das Meer weder riechen noch hören kann. Doch mein erstes Problem ist eigentlich, wo ich die Nacht verbringen soll. Ich frage in der kleinenpulpeneben der Bushaltestelle, wo der Fahrer noch seine Mitbringsel für den Laden auslädt. Ich erkundige mich nach Unterkünften und werde zu einemhospedajegleich gegenüber geschickt. Dort bekomme ich ein Zimmer mit Bad und falle erschöpft erst mal aufs Bett. Der Ventilator dreht leise seine Runden und ich genieße die kühle Luft und den Schutz vor der erbarmungslosen Sonne im Raum. Langsam schlafe ich ein und schrecke wenig später wieder auf. Wie lange habe ich geschlafen? Zum Glück nur eine halbe Stunde. Zeit, mich umzuziehen und den Strand zu suchen! Wofür bin ich denn so früh aufgestanden und losgefahren, wenn ich jetzt den Tag nutzlos verstreichen lasse? Also wasche ich mich schnell und mache mich auf den Weg. Ich bin mir etwas unschlüssig in welche Richtung ich laufen muss und frage einen alten Dorfbewohner. Er weist mir den Weg und ich wandere durch das Dorf auf dem Weg, den der Bus gekommen ist. Gekommen? Irgendwas läuft hier schief, denke ich, gehe aber weiter. Irgendwie werde ich heute schon noch auf Sand treffen...


Als ich gerade das Dorf hinter mir lasse bleibt ein alter klappriger Pick-up neben mir und ein Typ mit Sonnenbrille und von Wasser und Sonne gebleichten und verfilzten Haaren fragt mich, ob er mich irgendwo hin mitnehmen soll. Er spricht Englisch, aber ich mache ihm sofort klar dass ich Spanisch spreche. Schon sitze ich neben ihm im Wagen und er fährt mit mir über die staubige Straße. Der Kerl erzählt er müsse eh zum Strand um etwas zu erledigen und außerdem sei der Weg viel zu weit, um die Distanz zu Fuß zurückzulegen. Ich genieße in jedem Fall den leichten Fahrtwind der durch das geöffnete Fenster hereinweht und mein Gesicht streicht. Von dem Surfer erfahre ich, dass er vor Jahren mal Urlaub in der Gegend machen wollte; die Wellen sind hier berühmt für ihre „gute Qualität“. Doch letztendlich ist er geblieben und bis heute nicht mehr in sein altes Leben zurückgekehrt. Als er auf der Straße plötzlich langsamer wird und dann von einem entgegenkommenden Autofahrer einige Dollarscheine gereicht bekommt, frage ich erst gar nicht mehr nach seinem Beruf. Was soll man hier denn groß sein? Doch ich denke mir, dass mich das einfach nicht zu interessieren hat, wie er sein Geld verdient. Soll er doch dealen, wenn er meint. Wenig später bietet er mir auch schon einen Joint an und ich sage nicht nein.

Der Strand, die Wellen, das Licht

Am Strand angelangt laufe ich sofort aufs Wasser zu und genieße die warmen Wellen, die meine Knöchel umspülen. Das Licht ist wunderschön, es ist inzwischen vier Uhr und die Sonne ist milder geworden. Ich laufe ein wenig am Strand entlang und gehe dann wieder zurück zu meinem Chauffeur. Er sitzt mit einem Kumpel vor einem einfachen Haus und trinkt sich ein Bier. Mir gibt er ebenfalls eines aus und ich setze mich zu den beiden. Wir reden ein bisschen, doch ich halte mich eher aus dem Gespräch und blicke auf das funkelnde Meer hinaus. Hier sind die Wellen wirklich viel größer als in der Karibik. Kein Wunder das jeder nach Nicoya reist um hier zu surfen. Und was wirklich angenehm ist: hier sind nicht so viele Menschen am Strand! Wir sind fast alleine, bis auf einige entfernte Gestalten.

Am nächsten Strand sind noch weniger Menschen und ich ziehe mir mein Kleid aus um ins angenehme Meer zu waten. Herrlich, diese kleine Abkühlung nach der Hitze des Tages!!! Das Wasser ist genau richtig – nicht zu kalt, aber auch nicht mehr so aufgeheizt wie in der Mittagssonne. Ich würde mir gerne den Sonnenuntergang anschauen, aber mein Fahrer drängt zur Eile. Anscheinend hat er noch eine Menge vor, jedenfalls steige ich ohne Murren in den Wagen und wir machen uns auf den Weg zurück nach Nosara. Immerhin zeigt er mir noch auf einem Umweg eine kleine Straße die durch einen Wald führt und dann den Weg durch ein noch winzigeres Nebendorf zurück nach Nosara. Ich bedanke mich bei ihm für den „Ausflug“ und begebe mich noch schnell auf die Suche nach etwas zu Essen fürs Abendbrot. In dem kleinen Supermarkt am Dorfrand werde ich fündig und bepackt mit tortillas und atun gehe ich zu meiner Unterkunft zurück. Kekse und eine Mango fürs Frühstück habe ich direkt mitgekauft sowie ein bisschen Saft. Das muss fürs erste reichen. Ich dusche mich schnell noch ab und falle hundemüde ins Bett. Heute muss die Sonne ohne mich untergehen...

trottamondi

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