Reisebericht Neuseeland Südinsel

von Boeschenstein am 18.06.2019

Land der langen weißen Wolke

Donnerstag, 06. März Flug mit QF 4607 09.30/10.25 Uhr Wellington – Christchurch.
Unterkunft fanden wir für die zwei geplanten Nächte in einem B+B (Bed`nd Breackfast) Guest House. Das gepflegte Haus an der Armagh Street lag sehr zentral und doch ruhig. Zu Fuss erkundeten wir die schöne Gartenstadt


Punting“ nennt sich eine Gondelfahrt auf dem romantischen AVON-River. Dieser schlängelt sich träge durch die Botanic Gardens im grossen Hagley Park. Eine gemütliche Bootsfahrt durch die grüne Oase von Christchurch. Ein Muss!
„Gondolieri“ sind Studenten. Ganz in der Nähe des Bootsteges ist auch das „Art Centre“ unter dessen Dach sich das bekannte "Dux de Lux“ befindet. Verschiedene Restaurants, Bars und eine Gartenwirtschaft. Allemal gut für ein kühles Bier und leckeren Snack.
Nachtessen in der hist. Strassenbahn während einer gemütlichen Rundfahrt ist ein lustiges, nettes Erlebnis.

Der Hafen Christchurchs


Am zweiten Tag führte uns ein Taxi nach Lyttelton – dem Hafen von Christchurch. Auf der Rückfahrt gings dann mit der Gondelbahn auf den Mt. Cavendish. Bei unserem Wetterglück genossen wir eine tolle Rundsicht. Ein Ausflug auf den 446 Meter hohen Port Hills lohnt sich bei schönem Wetter unbedingt.
Da wir jedoch noch einmal nach CHC zurückkommen sind keine weiteren Ausflüge mehr geplant.

Samstag, 8. März ging unsere Reise weiter mit einer Zugfahrt mit dem TranzAlpine Express. (Bahnhof in CHC etwas ausserhalb, in Addington!) Eine eindrucksvolle 4 ½ stündige bequeme Scenic-Tour mit Halt auf der Arthur`s Passhöhe und einem Fotostopp am Lake Brunner. Ankunft war um 13.30 Uhr in Greymouth.
Dort übernahmen wir problemlose den vorbestellten Mietwagens von Budget Rent a Car. Und auf geht es nun der West Coast entlang Richtung Franz Josef Glacier. Die ersten 55 km bis Ruatapu führen direkt der fantastischen Küste entlang, dann etwas ins Landesinnere, z.T. durch Regenwälder. Es gab viele Möglichkeiten für Kurzwanderungen bzw. Fotostopps. Im Dorf Franz Josef Glacier fanden wir zum erstenmal kein Bett. Schönstes Wetter in der sonst regenreichster Gegend Neuseelands, dazu das Wochenende verlockte scheinbar viele„Kiwis“ zu Ausflügen.
Also fuhren wir weiter bis Fox Glacier. Am ersten Motel – Mitten im Dorf – „Vacancy“! Glück.
200 km gut zu fahren mit Stopps in 4 ½ Std.

Das Dorf selbst ist uninteressant, nur auf Touristen ausgerichtet. Der Strasse entlang Restaurants, Shops, Verkaufsbüros für Rundflüge. Hier lohnt es sich Offerten einzuholen. Die Preise unterscheiden sich bis 20%. Bei dem wunderschön strahlenden Wetter buchte auch ich einen Heli-Flug für den nächsten Tag. 
Meine Gattin wollte lieber im Regenwald wandern gehen.
(Einen Rundflug um den Mt. Cook, auf das Dach der Südinsel, habe ich zwar eingeplant, aber erst von der andern Seite, ab Lake Tekapo.)
So starteten wir mit einer 5er Gruppe um 10.00 Uhr zum Fox Gletscher, rund um den 3754 m hohen Mt. Cook und den Mt. Tasman. Oben auf dem Gletscher gab es dann auch noch eine richtige Gletscher-Landung.
Kosten für diesen 35 minütigen Flugspass 195.-- NZD.
Bei dem Wetter, der Sicht – ein Wahnsinns-Erlebnis. Der Preis mehr wie gerechtfertigt.

Die Seen der Südinsel Neuseelands

Nach einem kurzen Lunch ging die Fahrt weiter. Noch einen Abstecher zum Lake Matheson wo uns ein einmaliges Spiegelbild empfing. Zurück auf die Nr. 6 Richtung Haast. Auch auf diesem Streckenabschnitt immer wieder eindrucksvolle Wälder und Küstenabschnitte. Wir lagen gut in der Zeit, hatten strahlendes Wetter, also weiter. Über den Haastpass ohne Probleme, dem Lake Wanaka entlang, Wechsel zu Lake Hawea bis wir ca 16.30 in Wanaka ankamen.
265 km durch eine der eindrücklichsten Gegenden. Diesmal fanden wir sofort eine Unterkunft.
Am frühen Abend liessen wir uns im wunderschön gelegenen und hervorragenden Restaurant Ambrosio verwöhnen.

Auf der Crown Range Road führte unser Weg weiter über Cardrona Richtung Queenstown. Eine durchgehend geteerte Strasse und ca. 50 km kürzer wie auf der Strasse Nr 6. Und immer wieder super Ausblicke auf das Wakatipu-Tal und den Lake Hayes.

Bei dieser „Sehenswürdigkeit“ stellt sich die Frage: Wer hat damit angefangen?
Arrowtown lohnt keinen Extra-Besuch. Original ist hier gar nichts mehr. Nur Souvenir- Läden und Boutiques für Touristen.
65 km auf guter Strasse mit wenig Verkehr bis Queenstown.
Eine quirlige Stadt für junge Leute. „Bungee Jumping“ oder mit dem Jetboat wildwasserfahren ist jedoch nichts für unser Semester. Dafür eine Fahrt mit dem Dampfer von 1912 „T.S.S. Earnslaw“ verbunden mit dem Besuch und „Dinner“ (sehr gepflegt) auf der Walter Peak Country Sheep&Cattle Station. Karten sind an der Schiff-Station erhältlich.

Ein unbedingtes Muss ab hier – oder Te Anau – ist eine Excursion in den Milford Sound.
Eine Tages-Tour per Bus (2x 310 km./Ab Te Anau 2x 130 km) ist anstrengend.
Empfehlung: „Overnight-Cruise“ auf dem Milford Mariner (ca. 220.-- NZD) (Diese Tour 2-3 Wo. vorbestellen. Realjourney 03 249 7419) 
Eine bequeme Busfahrt, für 310 km hatten wir 8 Std. Zeit. Der Busfahrer / Guide unterbrach die lange Fahrt mit viele Stopps, auch hatten wir Zeit für Kurzwanderungen/Begehungen. Die Erklärungen waren gut und informativ. Etwa um 16.15 Uhr kamen wir in Milford an.

Boarding auf den Motorsegler Milford Mariner war um 17.00 Uhr. Wir bezogen eine gepflegte Zweier-Kabine. Leinen los zur Fahrt in den Milford Sound. Unbedingt gutes Mückenspray mitnehmen – Sandflies!!

Vom Regenwald nach Queenstown


Um das hervorragende Nachtessen an Bord auch richtig geniessen zu können, stoppte der Skipper das Schiff – wir lagen die ganze Nacht ruhig vor Anker.
Am 2. Tag gegen 17.00 Uhr – nach 4 stündiger Busfahrt mit einem Stopp im Regenwald – kehrten wir wieder nach Queenstown zurück.
Ebenfalls empfehlenswert: „Skyline Condula“ zum Bob`s Peak, Ein gutes Nachtessen, verbunden mit einer Traum-Aussicht auf das nächtliche Queenstown.

Do. 13. März. Auf dem Otago Goldfields Heritage Highway fahren wir nach Dunedin, entlang dem Clutha River. Wagemutige versuchen es auf dem wilden Fluss mit Riverrafting oder mit Hilfe eines Schwimmbrettes sogar schwimmend.
Wo einst nach Gold gesucht wurde, sind heute Obstplantagen und Weingüter. Eine wunderschöne Gegend.
Doch unter den Wunden des Goldrausches litt und leidet die Natur noch heute, an manchen Stellen wurde rücksichtsloser Tagebau betrieben.
Eine frühere Gold-Mine als interessante Touristen-Attraktion ist auf der Strecke zu besichtigen. Ein Besuch lohnt sich! Ich habe sogar drei Goldstaub-Blättchen selbst ausgewaschen!!
Da diese Etappe durch das Obstanbau-Gebiet führte, haben wir uns auch mit frischen Früchten verpflegt.
Die 290 km Queenstown-Dunedin sind zum fahren ein Vergnügen.

Dunedin

Dunedin – auch Edinburgh des Südens genannt – wurde 1848 von schottischen Einwandern gegründet und ist ein Stück Schottland am andern Ende der Welt.
Goldfunde der nachfolgenden Jahre machten die Stadt reich. Mit prächtigen viktorianischen Bauten demonstrierte die Stadt ihren Wohlstand. Von ihr aus wurden für Neuseeland technische und gesellschaftliche Massstäbe gesetzt.
Schon der Bahnhof vermittelt den Eindruck eines schottischen Schlosses. Im Innern ist die Schalterhalle mit Marmor ausstaffiert. Auch die Kathedrale mit schönen Glasmalereien lässt die einstige Blütezeit erahnen und lohnt ein Besuch. Ein lustiger Markt auf dem Octagon, dem achteckigen Hauptplatz.

Der zweite Tag trübte etwas ein – also mit dem „Taieri Gorge Train“ – auf altem Goldgräberzug-Geleise – nach Middlemarch.
Die Strecke führte mal weiter über Ranfurly, Alexandria nach Glyde und diente der Versorgung der Goldgräber-Camps. Eine eindrucksvolle Eisenbahnfahrt.
Mindestens einenTag sollte man für eine Erkundung und Begehung der Otago Penisula einrechnen.
(Guter Beschrieb in den Führern Marco Polo und Dumont)

Ein Besuch bei Freunden

Die ursprünglich geplante Route über Twizel und Lake Tekapo liessen wir fallen, weil wir in Christchurch für ein paar Tage noch Freunde besuchen wollten. So entschlossen wir uns für die direkte Fahrt dahin. 
Die 340 km bieten wenig Interessantes, doch der nahe Herbst zauberte einige Farbtupfer in die sonst eintönige Landschaft. Nur die Moeraki Boulders lohnen einen Besuch. 
Wer allerdings Zeit hat, sollte in Oamaru eine Übernachtung einplanen. (Pinguin Colony)

Einen Ausflug mit unseren Freunden über die Summit Road nach Akaroa. Hier haben Franzosen im Jahre 1840 versucht, in Neuseeland Fuss zu fassen, jedoch 5 Tage vor ihrer Landung wurden bereits die Verträge von Waitangi zwischen den Maori und den der englischen Krone rechtskräftig und die Briten hissten ihre Flagge. Die 57 französischen Sieder haben sich diesem Verdikt unterzogen, wurden sesshaft und gründeten das Dorf Akaroa. Ein ganz eigenes Flair – französische Strassennamen, Blumenschmuck, verspielte Dekorationen – sind noch heute dieser kleinen Stadt mit etwa 1000 Einwohnern eigen. Die auf einem Boots-Törn im „Akaroa Harbour“ gesichteten Delphine waren eine schöne Abwechslung.

Mit unseren Freunden besuchten wir auch im Antarctic Centre. Sehr gute Präsentation von Captain Scott`s Antarktis-Expedition und den NZ Forschungs-Stationen. Scott startete ja von Christchurch in die Antarktis. Wer die eisigen Bedingungen hautnah erleben will, kann sich in ein „Camp“ in einer speziellen Tiefkühlkabine begeben. Da herschen Temperaturen von minus 40° und mit Ventilatoren werden auch stürmische Winde erzeugt – eben ganz so, wie es Scott mit seinen Männern erlebten. Auf dem Ausstellunggelände kann man eine Fahrt mit einem für die Antarktis gebauten Traktorschlitten machen! Interessant, vor allem wenn das Gefährt unter dem Wasserspiegel durch Teiche fährt, künstliche Gletscherspalten überquert oder Hindernisse im 45° Winkel überwindet.

Hanmer Springs



Nach vier Tagen verabschiedeten wir uns von unseren Bekannten um nach Hanmer Springs zu fahren. Ein sehr schönes Thermalbad, das diesen Abstecher lohnt. Eine gute Unterkunft fanden wir direkt gegenüber dem Bad-Eingang. Sehr gut und gediegen dinnierten wir im Restaurant zur alten Post.

Kaikoura und Wale Wachting mussten wir wegen ungünstigen Bedingungen streichen. 
300 km auf guten Strasse. Mit Stopps bei einer Seal-Colony, mit Besichtigungen von Weingütern um Blenheim erreichten wir unser Tagesziel Picton.

Eine Tagestour mit dem Postboot im Perlorus Sound (Muschelfarmen:Greenlips). Vielleicht empfinden wir die Tour nicht ganz korrekt, aber nach all den vielen Eindrücken der Nord- und Südinsel hätten wir uns diese Fahrt sparen können. Möglicherweise eine gewisse Sättigung.

Mit der Fähre zurück nach Wellington. Noch 2 Tage Abschied von unserem Sohn und von NZ.
Hinter uns 42 herrliche Tage mit vielen einmaligen Erlebnissen. Eine fantastische Reise, nicht anstrengend. Überall freundlich und aufmerksam empfangen. Wir sind begeistert und rundum zufrieden.

Boeschenstein

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