Reisebericht Maroantsetra

von tanja auf 18.06.2019

Traumhafte Natur Madagaskars

Viele Projekte in Madagascar zielen darauf ab, den Urwald vor der Zerstörung zu bewahren (was ja an sich auch eine gute Sache ist!). Als Grund für die Zerstörung wird immer eine zu schnell wachsende Bevölkerung in den Dörfern genannt und das daraus folgende Abholzen der Wälder... Wenn man dann aber bedenkt, dass sie den Reis und das Holz zum Überleben benötigen und Länder wie Europa,die USA oder China die Umwelt jeden Tag um das 100 fache aus reinem Luxus zerstören, fragt man sich doch, wem man was vorwerfen oder beibringen sollte.


Irgendwie haben Josh und ich nicht wirklich Glueck mit unseren Fluegen. Nachdem wir, nach einer unglaublich gemuetlichen nacht im Auto, gegen 3:30Uhr morgens aufstehen mussten, ergab sich am Flughafen, dass unser Flug gestrichen und wir auf den 8 Uhr morgens Flug verlegt wurde... Somit konnten wir mal wieder unseren Anschlussflug nicht puenktlich erreichen und wurden auf den naechsten Tag umgebucht (was ungelogen einiges an Wartezeit in Anspruch genommen hat, da Suedafrikaner nicht wirklich allzu effizient und schnell arbeiten).

Der Vorteil dieser ganzen Misere war, dass Josh und ich endlich mal wieder in einer guten Unterkunft übernachten durften und jede Menge gutes Essen zu uns nehmen konnten... und das Beste an der ganzen Sache war, dass es auf Kosten von South Africa Airlines ging. Unser 3 Gänge Lunch wurde somit nur von dem 4 Gänge Dinner übertrumpft.

Tana

In Tana (Kurzform fuer Antananarivo) haben Josh und ich es uns dann wieder in unseren herkoemmlichen und guenstigeren Unterkuenften gemuetlich gemacht. Leider war der guenstigste Raum diesmal so winzig, dass wir einige Muehe hatten beide zusammen im Zimmer zu stehen zu koennen. Wie wir zudem schnell feststellen konnten, waeren ein bisschen besser Franzoesischkenntnisse sehr hilfreich gewesen, da nur wenige Leute wenigstens einigermassen Englisch sprechen konnten. Der Versuch den Weg zur eigentlich nur 4km entfernten Visumstelle zu organisieren, kann da, aufgrund geringfuegiger Kommunikationsschwierigkeiten, gerne Mal einen ganzen Tag in Anspruch nehmen.

Da wir uns nicht sicher waren, wann uns das Vergnuegen auf ein wenig Luxus in den naechsten 3 Monaten nochmal zugute kommen wuerde, haben wir die naechsten Abende in einem gemuetlichen Restaurant lecker Pizza genossen, Bierchen und Malagasy Rum getrunken und natuerlich Fussi geguckt.

In Maroantsetra angekommen stellten sich die naechsten Sprachprobleme heraus, da die Leute hier nicht nur kaum Englisch, sondern auch kaum Franzoesisch sprechen konnten. Und Malagsi ist da ein ganz neues kaliber... Am Flughafen in Maroantsetra hatten wir jedenfalls ein wenig Glueck und ein Amerikaner, der seit 11 Jahre in Madagascar lebt (zwecks Forschungsarbeiten), hat uns Hilfestellung und einen Lift gegeben.

Tom hat uns dann begrüesst und uns erstmal mitgeteilt, dass wir am nächsten Tag mit der Arbeit beginnen werden, da er gestern seinen freien Tag hatte und somit abends in der örtlichen 'Disco' versackt ist. In jedem Fall hat er uns am Nachmittag den Ort gezeigt und uns über unsere Aufgaben im Projekt und das Projekt selbst aufgeklärt.

Nature – Conservation

Es ist wirklich ein super interessantes Projekt. Das Hauptziel ist Nature – Conservation und natürlich ein Reduzieren der Armut. Das wesentliche Problem ist, dass die Menschen hier überhaupt kein Geld haben. Der Vanillamarkt ist nach dem Cyclone in 2002 eingebrochen und aus dem Kaffeeanbau wird nicht wirklich viel Geld erwirtschaftet. In den umliegenden Communities, die nur durch einen 35 km Fussmarsch zu erreichen sind (und nach diesen 35km erreicht man erst das erste Dorf), überleben die Menschen also nur durch Reis und ev. Fisch (wenn Zeit zum fischen besteht). Das ist alles.

Zudem gibt es keine wirklich Art von Familienplanung oder ein Bildungssystem. Die Familien werden grosser und groesser, es muessen immer mehr Muender gefuettert werden und somit wird immer mehr Urwald zerstoert. Das Ziel dieses Projektes ist, den Menschen ueber die Seidenproduktion einen neuen Einkommensmoeglichkeit zu geben und sie auf alternative Anbauweisen aufmerksam zu machen, um auch die Gesundheit der Menschen in den Doerfern ein bisschen aufzubessern und dem Conservation Gedanken nachzukommen.

Also, kurz gesagt, es gibt soooooo vieles zu tun und man kann immer nur in kleinen Schritten vorankommen. Zum einen fehlt das Geld und zum zweiten, sind nicht immer alle Hilfsprojekte vor Ort berauschend gelaufen, was das Vertrauen der Dorfbewohner ein wenig zuruecksetzt. Schliesslich muessen sie ihre Felder, sowie auch Zeit zum Ernten und Saeen ihres Lebensunterhaltes aufgeben, um mit etwas neuem unbekannten anzufangen.

Viele Projekte in Madagascar zielen darauf ab, den Urwald vor der Zerstörung zu bewahren (was ja an sich auch eine gute Sache ist!). Als Grund für die Zerstörung wird immer eine zu schnell wachsende Bevölkerung in den Dörfern genannt und das daraus folgende Abholzen der Wälder... Wenn man dann aber bedenkt, dass sie den Reis und das Holz zum Überleben benötigen und Länder wie Europa,die USA oder China die Umwelt jeden Tag um das 100fache aus reinem Luxus zerstören, fragt man sich doch, wem man was vorwerfen oder beibringen sollte.

Maroantsetra

Was gibt es zu Maroantsetra zu sagen??? Nicht wirklich viel, denn es gibt hier so gut wie gar nichts. Die Hauptstrasse hatte mal einen Teerschicht, die mittlerweile aber komplett von Sand bedeckt oder durchlöchert ist. Autos gibt es im ganzen Dorf ev. 8, sauberes Wasser nur in Flaschen zu überteuerten Preisen, die sich kaum einer leisten kann, das Internet funktioniert so gut wie nie oder dauert Tage um eine Seite zu laden, geduscht wird im Fluss, als Toiletten dient der Busch um die Ecke, Supermärkte gibt es nicht wirklich, Schokolade gibt es überhaupt nicht (was so gut wie das schlimmst ist) und so weiter.

Wir gehen somit jeden morgen durch den Matsch zum Markt und versuchen mit unseren geringen Malagsi Sprachkenntnissen das nötigste für den Tag zu erwerben. Nun ja, die Auswahl ist mal wieder nicht der Hammer, da man lediglich zwischen Zwiebeln, Möhren, Tomaten, Orangen, Bananen und Kartoffeln wählen kann. Aber es macht irgendwie doch tierisch Spass und nachdem 100 Kindern dich mit :”Salu vesar!” (was “Hallo Fremder” bedeutet) begrüssen, fängt man an sich die ersten Malagsi Wörter zu merken.

Alles für die Communities

Die naechsten Tage haben wir uns somit mit der Pricing Ausarbeitung, dem neuen Projektlogo, den Surveys fuer die Communities, etc rumgeschlagen. Zudem werden wir anfangen kleine Business Plaene fuer die Communties zu entwerfen, einen Bericht zum Aufbau und zur Organisation des Coopratives zu schreiben und Sachen wie Kochkurs und extra Englischunterricht zu organisieren. Es ist wirklich super interessant und macht tierischen Spass.

Am Freitag Abend und unserem ersten Wochenende, haben wir uns dann eine Pizza gegoennt (ah, ich vergass, vor 2 Monaten hat hier ein Pizzaladen aufgemacht! JUHU!!!) und sind anschliessend ueber die oertliche Karaoke Bar in die Disco gewandert. Uebrigens gab es in der Disco natuerlich das ueblich Toiletten Problem. Jeder der musste ging somit in einen weiteren Garten (der wohlgemerkt nur fuer den Toilettengang angelegt wurde) und dort hat dann jeder sein Geschaeft erledigt. Der Geruch war einfach umwerfend...

Am Sonntag haben wir uns dann auf einen 30km Fahrradtrip ins nächste Dorf begeben, um einen der Sepali (Projekt Name) Farmer mit seiner Musterplantage zu besuchen. Dieser Garten war einfach nur klasse. Jede Menge frische Ananas, Kaffee, Advocados, ... Und alles in einem Dschungel - Look... (was übrigens auch der wesentliche Style für die Communities sein soll). Natürlich mussten wir zum Mittagessen bleiben, welches aus Reis und kleinem Fisch (incl. Innereien) bestand und zu einem der grösseren Mahlzeiten gezählt werden kann... Natürlich wollten Josh und ich uns den Strand noch ansehen, nur leider mussten wir, um von deren Haus zum 2 Minuten entfernten Strand zu gelangen, durch hüfthohe Bäche und Matsch laufen...

Der atemberaubende Strand

Der Strand an dieser Küste ist übrigens atemberaubend. Leider geht keiner ins Meer, da in der Bucht wohl jede Menge Haie vertreten sind. Und aufgrund der Humpback Wale, die in den nächsten Wochen ankommen, kommen noch einige weisse Haie hinzu.

Die letzten 10 Tage ging es dann erst per Boot Richtung Ambinanitelo und vor dort zu Fuss nach Ambodivoahangy und Sahantana um den Survey durchzufuehren und Conservation Videoaufnahmen fuer Cpali vorzunehmen. Der gesamte Weg besteht nur aus knietiefem Schlamm und Matsch, Steinen, Fluessen und ist wahnsinnig rutschig!!! Und um das Ganze noch einfacher und angenehmer zu laufen, laeuft man natuerlich barfuss... Aber dazu im naechsten Bericht mehr, wenn das Internet uns laesst...

Bei JoinMyTrip findest du bestimmt einen Reisepartner für deine nächste Reise.

tanja

JoinMyTrip Tripleader

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