Reisebericht Madrid

von FritzundBuddy am 17.06.2019

"Der Bär am Erdbeerbaum"

Mit ein wenig Verspätung landen wir in Madrid, nachdem wir unseren Koffer ergattert haben, erstmal zur Touri Info im Terminal 4, N+M ist ganz schön warm, ob das so ne gute Idee war mit den Winterjacken?


Gut, dass Madrid auch ein Hard Rock Cafe besitzt, das wir noch nicht kennen.... manch einer wird sich fragen, was ist das denn für eine merkwürdige Art, Reiseziele festzulegen, aber was soll ich sagen: man kommt rum und sieht was von der Welt... und wir kommen auf diesem Wege dieses Jahr über Ostern eben nach Madrid.

Madrid

Micha beschwert sich schon, warum er bloß auf Nico gehört hat. Am Touri Schalter spielen sich unglaubliche Szenen ab, lange Schlange, einer bedient: in Zeitlupe! Oh Mann und dabei wollen wir nur nen Stadtplan, den Nico im Netz gesehen hatte und keine langen Erklärungen, aber Material auszulegen, damit sich erst keine Schlange bildet, ist offenbar nicht vorgesehen... Leicht angenervt zieht Nico weiter, jetzt ist ihr noch wärmer.

Wir wollen ganz schlau sein und neben den Sondertickets für die Fahrt mit der U-Bahn vom Flughafen in die Innenstadt auch gleich noch ein 10er Ticket für die nächsten Tage kaufen, weil günstiger, aber Nico kann es nicht im Automaten finden, sie versucht es mit der Anzeige auf Deutsch, Englisch und Spanisch... nicht zu finden. Gibt es das nicht mehr? Sollten alle Reiseführer und das Internet nicht aktuell sein? Wir meinen erstmal zum Hotel, das mit dem Ticket klären wir später. An der Haltestelle, wo wir aussteigen, kann man das 10er Ticket problemlos im Automaten finden und erwerben... merkwürdig! Nach ca. 1 Stunde sind wir im Hotel chic & basic Atocha, Gottseidank ist das Zimmer schon fertig, wir sind nämlich ziemlich früh dran, es ist jetzt gegen halb 1. Da wir mit blauem Himmel belohnt werden, entschließen wir uns für die Stadtrundfahrt mit  Madrid Vision. Wo ist bloß die Haltestelle? Als einer der roten Doppeldecker kommt, ah, der hält an der normalen Bushaltestelle, sprintet Nico auf die hintere, offene Tür zu und, uuuh, wird vielstimmig zurückgepfiffen. Ach so, Bus voll und Einstieg nur vorn und überhaupt scheinen die hier alle auf diesen Sightseeingbus zu warten.

Die Busse, ohne uns

Mittlerweile hielt der 5. Bus und wir sind immer noch nicht hineingekommen, wir erwägen ernsthaft unser ganzes Programm zu ändern, aber einen probieren wir noch und hurra, wir kommen hinein, Nico bezahlt brav 17€ pro Personen, Bären sind frei, dafür bekommen Sunny und ich auch keine Ohrstöpsel, knurr. Am nächsten Stopp kommen auch welche vom Oberdeck herunter, schön jetzt sitzen wir sogar oben, das hatten wir schon gar nicht mehr gehofft. Micha prophezeit schon mal Sonnenbrand... tja kein Fell.

Puerta de Alcala Flagge auf der Plaza de Colon

Das Metropolis Gebäude an der Ecke der Gran Via

Wo auch immer wir hier sind... Halt mich bitte gut fest...

Bär, ist das hier voll an der Puerta del Sol und das am Karfreitag Plaza de Neptuno mit Fuente

Wir lassen und durch Madrid gondeln, geniessen die Sonne (N+M sind beim Fahrtwind froh, doch die Winterjacken anzuhaben...) und wechseln nach etwa anderthalb Stunden von der historischen auf die moderne Route, allerdings hauptsächlich um zum Estadio Santiago "Bär"nabeu zu gelangen. Huch es steigen fast alle aus, diesen Gedanken hatten offenbar auch andere, na das wird ja dann lustig beim Wiedereinsteigen... Wir nutzen die Gelegenheit zu einer Stadiontour.

Während ich so hier auf der Spielerbank von Real Madrid sitze, werde ich erkannt, ein kleiner Junge ruft, "Ursito", ...das ist mein Künstlername als Spieler. Leider werden Bären nicht so gut bezahlt hier im "Bär"nabeu wie Menschenspieler.... grummel.

Puh, ist das hier heiß unter dem Plexiglas, dabei sind doch nur 15°C im Schatten, jetzt erklärt sich auch warum im Sommer, wenn hier 40°C sind, die Spiele erst um 22 Uhr anfangen...

Ich geb noch schnell ne Pressekonferenz, bin gleich fertig.

Restaurantsuche in Madrid

Wir fahren zurück ins Zentrum, (tatsächlich schon mit dem 2. Bus) und stellen fest, dass das Restaurant La Sanabresa in das wir wollten, geschlossen hat, Ferien, Renovierung??? Was auch immer, es ist zu! Was nun? Da war doch die Tapas Bar an der Plaza Santa Ana, wo schon Hemingway angeblich hin ging, warum nicht auch wir, also ab zur Cerveceria Alemana. Mit deutschem Bierkeller hat das aber eher weniger zu tun... Nebenan ist das Miau, auch ein schöner Name für ne Bar finden wir.

Wir futtern eine ganze Tischladung voll, trinken ein, zwei Bier und sind dann rechtschaffen müde, schließlich sind wir um 5 heute früh aufgestanden. Wir machen uns auf den kurzen Rückweg, der von einer Karfreitagsprozession vor unserem Hotel unterbrochen wird.

Diese Prozessionen finden heute hier überall statt, jede Menge Absperrungen auf den Strassen schon heute Mittag, allerdings waren die, die im Touribus hinter uns saßen, der Meinung, es würde für ein Sportereignis abgesperrt. Ja klar, in der ganzen Stadt, am Karfreitag... Mit dem Geruch des Weihrauchs in der Nase, genießen wir noch ein letztes Bier bei den letzten Sonnenstrahlen auf der Dachterasse des Hotels.

Die Besichtigung der Kathedrale

Nico ist früh wach, noch vor dem Wecker und pocht auf frühen Start, klappt nicht. nach einem kleinen Frühstück auf dem Zimmer geht es per U-Bahn zur Station Opera. Als wir am Palacio Real ankommen, wissen wir warum... eine endlose Boa an der Kasse und dabei ist es jetzt erst gegen 10 Uhr.

Da hinten in der Schlange steht Micha

Wieso muß ich bei der linken Laterne an Fußball denken?

Schön, sie haben extra ein paar Baukräne vor der Kathedrale zur Belebung des Bildes aufgestellt.

Nach ca. einer Stunde anstehen, die Nico für ein paar Photos genutzt hat, haben wir es geschafft, wir sind im Besitz von Eintrittskarten nebst Audioguides und können unsere Tour beginnen.

Die Dekoration der Räume ist ganz schön üppig, speziell einer der Räume im Rokokostil haut uns um, meine Güte, da würd ich neurotisch. Vielleicht ist das der Grund, warum die Königsfamilie nicht hier wohnt, Platz genug wäre ja für Touristen und sie, bei über 2000 Räumen. Wir besichtigen nur um die 50 inklusive der Apotheke und der Waffnkammer allein dafür brauchen wir schon 2,5 Stunden. Putzen müssen wollen wir hier nicht... Der Audioguide ist in der Waffenkammer eine echte Herausforderung finden N+M, können wir nicht beurteilen, haben ja mal wieder keinen bekommen. Hier gibt es keine Nummern an den Ausstellungsstücken sondern nur vage Beschreibungen wie "gehen Sie nach rechts!", dumm, wenn man nicht weiß, in welche Richtung man gerade zuvor schauen sollte, oder "in dem nächsten Schaukasten" welcher auch immer das ist oder "im Schaukasten 33", dumm so ohne Beschriftung... auf jeden Fall entwickelt sich die Besichtigung der Waffenkammer zu einer "kurz-vor-österlichen-Eier(Waffen)Suche".

Jetzt wollen wir in die Katherdale, man läßt uns nur nicht. Geschlossen bis Sonntag abend 22 Uhr, ach ne, so lange wollen wir dann doch nicht anstehen. Stattdessen könnte man ja mal was Essen, es ist jetzt halb 2 ne gute Zeit für Mittagessen in Spanien. Finden offenbar auch die Spanier, das Lokal El Caballito gegenüber vom Palast ist voll, mit etwas Mühe verstehen wir, dass die Dame im Restaurant uns empfiehlt, ne Runde um den Block zu machen und um halb 3 wiederzukommen. Wir haben aber jetzt Hunger, maul, hilft nix, in den anderen Lokalen hier im Umkreis ist es erheblich teurer, daher beschränken wir uns auf ein Bier in der Sonne (N+M sind wieder froh, die Winterjacken anzuhaben) und gehen dann zurück zum Restaurant, diesmal klappt es, wir bekommen einen Tisch. Gut gefüttert machen wir uns auf zum Mercado San Miguel, hm, hier hätten wir offenbar auch was zu Essen bekommen, es gibt viel mehr Stände mit Verköstigung als in Barcelona im Markt, ist unser Eindruck.

Der Bär auf Puerta del So

Prima jetzt fängt es auch noch an zu regnen, "es stand aber auch dran" meint Micha, denn der Wetterbericht hatte für heute nachmittag und abend Regen vorhergesagt. Also sehen wir die berühmte Plaza Mayor im Regen, na toll. Den Bär auf der Puerta del Sol wollen wir lieber morgen bei trockenem Wetter photographieren, deshalb ab mit der U Bahn zurück zum Hotel, allerdings nur für nen kurzen Zwischenstopp, denn Nico hat für heute abend noch etwas Kultur aufs Programm gesetzt, ab 18 Uhr ist für 2 Stunden freier Eintritt ins Prado. Sunny und ich kriegen mal wieder keine Audioguides, das wird offenbar zur Gewohnheit. Schon bei der Suche nach dem ersten Bild wird Nico leicht angespannt, da hat sie extra die Top 15 Bilder rausgesucht mit Standorten und ne Reihenfolge ausgemacht, wie wir das günstig in der kurzen Zeit laufen können und was ist, die Bilder hängen nicht in den im Internet angegebenen Räumen. "Das hat was von einer Schnitzeljagd" meint Micha, Nico ist nicht so nach Scherzen... Als das Museum kurz vor 20 Uhr geräumt wird haben wir mit der Ostereiersuchetechnik zumindest 13 der 15 Gemälde gefunden, ganz gute Quote, allerdings hätte sich Nico die Zeit für die Vorarbeit daheim schenken können. Auf den Ärger haben wir uns ein Bier verdient, vor dem Maceiras ne lange Schlange und noch ne halbe Stunde bis zur Öffnung, nö, wir gehen wieder in die Cerveceria Alemana und bekommen sogar den einzigen Tisch am Fenster. Wir lernen, dass patatas fritas sowohl Pommes frites als auch Chips sein können.

Das Museo Naval

Aaah, wir werden von blauem Himmel geweckt, ist aber ziemlich frisch stellt Nico fest, als sie das Fenster öffnet, "gut, dass wir die...", jajaja, ich weiß schon. Erster Stopp für heute das Museo Naval, das freien Eintritt hat, irgendwie nachvollziehbar widmen sie dem Untergang der Armada 1588 keinen großen Raum... Den ganzen Paseo del Prado, der zwischendurch mal den Namen wechselt, laufen wir bis zum Hard Rock Cafe an der Plaza de Colon, lokalübliches Shopping, deshalb sind wir schließlich in Madrid und weiter. Der ursprüngliche Plan für heute morgen sah vor, im Hotel Urban zu Brunchen, aber bei dem schönen Wetter, ach ne, stattdessen legen wir einen Kaffee-Stopp ein im El Espejo und lassen uns die Sonne auf die rosa Nasen brennen.

Das hier ist die Hauptpost! Wir entschließen uns zu einem Kaffee auf der Terrasse des Jugendstil Restaurants El Espejo

Was sind denn das für Figuren? Und noch mal das Edificio Metropolis mit lesbarem Schriftzug.

Über die ganze Gran Via geht es bis zur Plaza de Espana, hier tun N+M die Füsse weh, deshalb ab in die U-Bahn bis Moncloa zum Museo de America (Sonntags ist der Eintritt frei), hier gibt es keine Beschilderung auf Englisch und offenbar auch keine Audioguides, daher wird jetzt lustig von Nico aus dem Spanischen übersetzt. Eigentlich wollten wir noch auf den Faro de Moncloa hinauf, um einen Blick über Madrid zu erhaschen, das mit dem Turm der Kathedrale ist ja schon den interessanten Öffnungszeiten zum Opfer gefallen. Der Turm ist allerdings auch geschlossen, da er umgebaut wird, um die aktuellen Sicherheitsbestimmungen zu erfüllen. Auch gut. Zu Fuß soll es jetzt wieder zurück, da es durch einen sehr schönen Park geht (Parque del Oeste), werden auch die Aua-Füße in Kauf genommen. Gut, dass wir von Moncloa Richtung Innenstadt unterwegs sind, es geht nämlich stetig bergab, andersrum wär ziemlich blöd. Hier im Park befindet sich auch die Station des Teleferico, kurzentschlossen fahren wir mit zur Estacion Casa de Campo, ida y vuelta für 5,15 € pro Mensch. Während der ca. 10 Minuten Gondelfahrt bekommen wir aus dem Lautsprecher viel auf Spanisch berichtet. Die Aussicht ist allerdings herrlich, deshalb bleiben wir ein wenig auf der Aussichtsterrasse, genießen ein Bier und ein Stück Pizza und N+M bekommen noch rosafarbenere Nasen.

Blick auf die Innenstadt von der Estacion Casa de Campo

Blick auf die schneebedeckten Berge der Sierra de Guadarrama.

Wieder zurück im Park, noch ein kleiner Halt am Templo de Debod und am Palacio Real, wir wollen doch ein Bild im Sonnenschein, gestern war damit ja nix.

Templo de Debod Fassade des Palacio Real vom Sabatini Garten

Die Cerveceria Alemana

Hm, Hunger hätten wir jetzt schon wieder... ok folgender Plan, zu Fuß zur Puerta del Sol, Bärenphotostopp und dann was Essen auf dem Weg zum Hotel. Gesagt getan, wir landen wieder in der Cerveceria Alemana, leider drinnen trotz des schönen Wetters, da uns ein Paar, das sich sehr dumm stellt, unseren Platz draußen wegnimmt. Egal, es gibt leckeren ensaladilla rusa, tortilla und bocadillo con jamon y queso begleitet von einem leckeren cerveca. Somit sind wir gestärkt für das Fußballspiel Atletico Madrid gegen Deprortivo la Coruna, Anpfiff ist allerdings erst um 21 Uhr, daher machen wir uns um halb Acht auf den Weg zum Vicente Calderon Stadion per U-Bahn und folgen einfach den Massen.

Baumsilhouetten vom Stadion aus.

Wir gewinnen 3:0. Ich sag ja, wenn ich nen Schal hab, dann klappt das auch.

Ziemlich müde sind wir zurück, dennoch muß Micha noch in den ganzen spanischen Fernsehsendern herumzappen, erst später findet Nico ne Sendung mit 2 -Kanalton, der uns auch englischen Text liefert.

Das Gewächshaus im Retiro Park

Dass so ein Kurzurlaub aber auch immer so kurz ist... Heute abend geht es schon wieder zurück. Vorher wollen wir noch das schöne Wetter genießen, die Koffer werden im Hotel abgegeben und los geht es, Bahnhof Atocha dessen Haupthalle mehr einem Gewächshaus ähnelt und dann in den Retiro Park. Das Glashaus im Park ist echt schön, das wär ideal um daraus auch ein Cafe wie in der Orangerie in den Kensington Gardens in London zu machen... aber nein, nix nur ein paar Plastikstühle und zwei Aufseher, die alle drei Sekunden wen aufscheuchen, der sich auf den Rand des Beetes in der Mitte setzt. Ein Hinweisschild wäre da schon hilfreich, "würde aber auch 2 Arbeitsplätze vernichten" meint Micha.

Der Brunnen für den gefallenen Engel Das Gewächshaus im Retiro Park

Micha hat sich ein Stühlchen geschnappt und schaut dem Hin und Her zwischen Aufsehern und Besuchern zu.

Am Estanque, dem See im Park, sitzen wir rum, lesen und dösen ein wenig, schauen den Leuten beim Vorbeischlendern und Rudern zu und auch dem Kaspertheater widmen wir unsere Aufmerksamkeit. Um die Mittagszeit machen wir uns auf zum Hard Rock Cafe, stilecht spanisch Essen wir zu Mittag ;-), dafür trinken wir aber noch nen Kaffee wieder im El Espejo in der Sonne. Langsam bummeln wir zurück in den Park, sonnen uns noch ein wenig auf den Stufen des Denkmals am See, angeblich ein Szenetreff, da muß Bär ja dann auch hin.

Wir waren fleissig...

Um 17 Uhr treten wir die Heimreise an, per U-Bahn etwa eine Stunde zum Flughafen und dann ca. 2,5 Stunden mit Iberia zurück nach Düsseldorf. Madrid war schöner und interessanter, als wir es von den daheim gelesenen Reiseführern erwartet hatten, das hörte sich nämlich so an, als gäbe es nur Museen und Tapasbars... auch wenn es das ist, was wir hauptsächlich gesehen haben, von innen und außen: uns hat es gefallen.

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FritzundBuddy

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