Reisebericht Lappland, Nordkapp, Lofoten

von Bernie Mayer am 13.06.2019

Faszinierender Norden

Unsere 12 tägige Reise führte uns kreuz und quer durch Nord-Skandinavien, Wir besuchten die Rentiere in Lappland, die Eisbärenstadt Hammerfest, das Nordkapp zur Mitternachtssonne, machten auf den Lofoten eine Wal Safari und einen Zwischenstopp in Stockholm.


Kiruna & Kebnekaiseleden


Abflug in Wien mit der Tyrolean um 6.40 Uhr nach Stockholm und von dort um 10.55 Uhr mit der SAS nach Kiruna.
Wien verabschiedet uns mit Regen, doch Stockholm begrüßt uns schon mit Sonnenschein, und am Weiterflug haben wir eine Super Aussicht über die verschneiten Berge und die tausenden Seen Schwedens.
Bei Holliday Autos (Hertz) haben wir einen Wagen in der Kategorie eines Ford Focus gebucht, doch da die Kategorie nicht mehr verfügbar ist bekommen wir (natürlich zum selben Preis) einen Volvo S 40 mit Klima, Tempomat und viel Platz - was will man mehr?


In Kiruna habe ich über Internet im Yellow House ein Zimmer reserviert (400,- SEK ohne Frühstück) Da es gerade Mittag ist und wir unser Zimmer bereits bezogen haben (nettes Zimmer mit Fernseher, Dusche & WC am Gang) machen wir uns auf ins Zentrum zum Mittagessen - am 'Hauptplatz' gibt's 'ne kleine Selbstbedienungs Pizzeria wo wir für 2 Pizzen & 1 Getränk knapp 110,- SEK zahlen, überraschend günstig. Anschliessend gehen wir noch mal schnell ein paar Lebensmittel & Getränke einkaufen - selbst Wasser ist hier echt schweineteuer!

Danach machen wir uns auf den Weg nach Nikkaluokta (Richtung Kebnekaise - dem höchsten Berg Schwedens), laut unserem Dumont Nord-Skandinavien Reiseführer ist es eine der 3 Traumstrassen ins Fjell, na ja Traumstrasse würd ich mal sagen ist übertrieben aber am Ende in Nikkaluokta genießt man eine schöne Aussicht und die Landschaft ist schon faszinierend, und uns laufen im wahrsten Sinne des Wortes die ersten Rentiere über den Weg - sprich vor unserem Auto über die Strasse.

Von Kiruna (Schweden) durch Finnland nach Alta (Norwegen)


Auf der Strecke nach Alta machen wir nach Kiruna einen kleinen Abstecher zum Icehotel, von dem aber nur mehr die Überreste zu sehen sind, die kurze Strecke durch Finnland benutzen wir um unsere letzen Euros beim Tanken auszugeben (Super 95 € 1,26/Liter) in Kautokeino (bereits Norwegen) besuchen wir die Juhl's Silvergalerie - sehr groß, trotz Eingang durch die Werkstatt - hier sieht man gleich wie der sehr schöne, händisch gefertigte Schmuck entsteht - und man kann hier schnell viel Geld loswerden...
Nach einem anfänglich in Englisch geführten Gespräch mit einer Verkäuferin von wo wir kommen begrüßt sie uns mit Wiener Dialekt und den Worten: Endlich mal wieder 'österreichisch'...
Weiter Richtung Alta lädt beim Pikefossen ein Super Rastplatz zum Verweilen ein.
Die ganze Strecke von Kiruna bis Alta ist als absolut herrlich zu bezeichnen und es gibt immer wieder schöne Plätze die zum Rasten einladen und einfach die Natur, die Stille und die herrlich saubere Luft zu genießen.
In Alta angekommen besuchen wir das Alta Museum mit den 2500 bis 6000 Jahre alten Felszeichnungen, auch kann man hier auf einem der vielen Plätze die herrliche Aussicht auf den Altafjord geniessen.

Unser heutiges Quartier habe ich auch bereits über's Netz reserviert - eine nette kleine Hütte beim Alta River Camping um 400,- NOK. Da wir gestern durch den Flug doch ein wenig geschlaucht früh ins Bett fielen, bekommen wir heute das erste Mal so richtig den 'Polartag' mit als um 23.00 Uhr noch immer die Sonne schien als wäre es 11.00 Uhr mittags...

Nach Hammerfest und zum Nordkapp


Eigentlich wollten wir heute Vormittag den Alta Canyon 'erwandern' doch das Wetter macht uns zum 1. Mal 'nen Strich durch die Rechnung, da es bereits in der Früh sehr grau in grau ist und zu nieseln beginnt verschieben wir das Programm und fahren nach Hammerfest wo wir ein wenig durch die Stadt spazieren, denn der sicher schöne Panoramaweg über der Stadt macht bei strömenden Regen und kaum Fernsicht keinen Sinn...
Weiter Richtung Nordkapp durch den knapp 7km langen Honningsvågtunnel der 212m unter dem Meeresspiegel verläuft (186,- NOK Maut pro Fahrt) geht's zur Insel Magerøya.

Nach einem kurzen Abstecher nach Honningsvåg beziehen wir unseren, über Netz reservierten Rorbua von North Cape Cabins um 400,- NOK, echt genial, nagelneu, einsam am Bootssteg mit Spitzenaussicht, nur das Wetter spielt mal wieder nicht mit...
Da es erst knapp 16.00 Uhr ist machen wir uns noch auf zum Nordkapp - doch es begrüsst uns mit + 1° & Schneefall... da die Fernsicht auch gleich Null ist, sind uns die 190,- NOK pro Person zuviel und wir fahren wieder retour und hoffen auf besseres Wetter morgen früh. Wir genießen einen schönen Abend mit leckerem selbstgekochtem Essen in unserer schönen Hütte am Fjord.
Doch 1. kommt es anders, 2. als man denkt: Um 9.00 Uhr Abends beginnt es aufzuklaren und die Sonne kommt durch, somit entscheiden wir uns jetzt nochmal unser Glück zu versuchen und fahren nochmal auf's Nordkapp. Es ziehen zwar immer wieder Wolkenfetzen durch aber dazwischen kommt immer wieder die 'Mitternachtssonne' zum Vorschein und die Fernsicht ist auch gut. Für den schweineteuren Eintritt kann man zwar einiges sehen, aber das Gefühl des Touri Nepp wird man nicht so ganz los.

Wir bleiben bis 1.00 Uhr (da schließt das Museum) und da das Wetter noch passt entschliessen wir uns zu einer 'Nachtwanderung' in Skarsvåg zum Kirkeporten. Nach 30 minütigem Marsch über den Berg zieht vom Meer ein Schnee-Eis-Regenschauer herein, somit kommen wir zwar bis zum Kirkeporten und haben einen schönen Blick zum Hornvika aber der Blick durch den Kirkeporten zum Hornvika geht sich nicht mehr aus.

Vom Nordkapp nach Langfjordbotn und nach Øksfjord


Durch die Nachtbeschäftigung schlafen wir heute etwas länger und genießen unser Frühstück in der Hütte, dann geht's auf nach Alta (unterwegs entdecken wir noch ein paar Rentiere am weißen Sandstrand vor Olderfjord) wo wir die Gestern verschobene Wanderung zum Alta Canyon nachholen wollen, aber das Wetter meint es nicht gut mit uns, immer wieder Regen, Schnee und Eisregen, da ist das Thema Alta Canyon leider erledgt und wir fahren weiter zu unserer reservierten Hütte in Langfjordbotn. Klugerweise vergaßen wir in Alta Geld abzuheben und merken beim Altafjord Camping (400,- NOK) das wir zu wenig Kronen haben und hier weder Kreditkarten noch Bankomatzahlung möglich ist...
Es ist Sonntag und die nächste Bank ist ca. 20 Minuten mit dem Auto entfernt in Burfjord (dort gibt's allerdings keine Minibank so nennt man hier 'nen Bankomat). Was nun? Da es erst 16.00 Uhr ist und die Strecke nach Øksfjord schön sein soll fahren wir die 40 km dorthin um Geld abzuheben... Die Strecke ist wirklich wunderschön, wenn, ja wenn nicht immer wieder die Schneeregenwolken einem immer wieder die schöne Sicht rauben würden.
Zurück bei unserer Hütte entdecken wir noch einen super Tip: Bubbelen - eine Gebirgsbachquelle die den Abstecher absolut wert ist.

Nach Tromsø und Richtung Lofoten / Vesterålen


Da wir heute eine lange Etappe vor uns haben heißt es früh los. Bei Alteidet machen wir noch einen Abstecher rechts nach Jøkelfjord um dort die Zunge des Øksfjordjøkul Gletscher zu sehen. Am Endpunkt der Sackgasse erkennt man aber leider nur wenig, man müßte lt. Wegweiser am Parkplatz ca. 8 km hinwandern - wenn man Zeit hat sicher sehenswert. Aber auch die kurze Strecke dorthin ist schön denn wir hatten eine Super Aussicht auf das Trolldalstind-Massiv.

Am Kvænangsfjell, auf 402 m, wo man angeblich eine geniale Panoramaaussicht haben soll, erreicht uns wiedermal ein Schneesturm teilweise sogar mit Schneefahrbahn, also nix mit Aussicht... Beim Fosselv Campingplatz hat sich das Wetter wieder verzogen und man hat schöne Sicht auf dem Fosselv Wasserfall.
Weiter geht's nach Tromsø (der Metropole des Nordens) wo wir einen Stadtbummel machen und bei Burger King mittagessen, alle anderen Preise sind Irrsinn (Pizza knapp 20 Euro usw.) Mit der Seilbahn auf den Storsteinen hinaufzufahren, von dem man eine Aussicht auf Tromsø wie von einem Flugzeug haben soll, macht wegen dem diesigem Wetter leider keinen Sinn.


Nun geht's wieder retour bis Øvergard, da wir nicht auf der E6 sondern 'hinten herum' auf der R87 Richtung Narvik fahren wollen, um unter anderem am Malselvfossen vorbeizukommen und nicht immer nur Fjorde zu sehen sondern auch Wald- und Wiesenreiche, liebliche Flußlandschaft.
Da wir für heute noch kein Quartier reserviert haben und Morgen zeitig in Andenes zum Whale Watching sein wollen versuchen wir so weit wie möglich Richtung Vesterålen zu fahren. So gegen 19.30 Uhr sehen wir einige Kilometer nach Bjerkvik den Wegweiser zum Annamo Camping mit Hüttenvermietung (7km von der E10 nach Norden). 250,- NOK ist ok, Paul Huber, der Besitzer, ist gebürtiger Schweitzer somit kann man auch super Quatschen, die Hütten sind dem Preis entsprechend klein, spartanisch und unkomfortabel aber für eine Nacht zum aushalten und morgen müssen wir sowieso wieder früh los damit wir um 10.00 Uhr in Andenes sind.

Lofoten / Vesterålen


Quälend ziehen sich die Kilometer nach Andenes, durch die ewigen 60 km/h Beschränkungen brauchen wir rund 3 1/2 Stunden nach Andenes um dann zu erfahren dass auf Grund des schlechten Wetters heute keine Walsafari stattfinden kann...

Nach einem kleinen Sandstrandspaziergang machen wir uns enttäuscht auf den Weg Richtung Svolvær, wo wir bei Hammerstad Camping für die nächsten 3 Nächte eine komfortable Hütte am Fjord (Cabin No. 2 mit WC, Dusche & Küche) um 450,- NOK reserviert haben.
Bei der Fähre Melbu - Fiskebøl begrüßen uns die Lofoten mit keiner besonderen Sicht doch als wir unsere Hütte beziehen scheint bereits wieder die Sonne. Wir fahren noch nach Borg zum Lofotr Wikinger Museum das uns mit strömenden Regen aufwartet. An so herrlichen Buchten mit weißem Sandstrand & blauem Meer kommt man auf den Lofoten immer wieder vorbei. Am Retourweg gehen wir in Svolvær einkaufen um uns ein leckeres Abendessen kochen zu können.

Å, Reine, Nusfjord


Laut Wettervorhersage soll es heute unbeständig sein, beim Whale Watching haben wir angerufen - 50:50 die Chancen dass heute ev. am Nachmittag eine eine Fahrt stattfindet... somit entscheiden wir uns heute den Süden der Lofoten zu erkunden. In Utakleiv finden wir einen wunderschönen weissen Sandstrand mit Traumhaft türkisem Meer, vom Berg kommt ein kleiner Bach der im Sandstrand seine letzten Kehren macht und plötzlich marschieren von den Bergwiesen Schafe zum Strand...
Weiter geht's entlang der atemberaubenden Naturkulisse nach Reine, wo wir auf den Reinebriggen 'klettern' wollten um die geniale Aussicht zu genießen welche ich bei Horst Gassner gesehen habe, doch wiedermal spielt das Wetter nicht so ganz mit.
Also weiter nach Å, wo wir, nachdem wir uns an den hier besonders extrem 'duftenden' Stockfischgeruch gewöhnt haben, das Fischereimuseum mit den faszinierenden alten Fischerhütten besuchen. Im Retourfahren machen wir einen Abstecher nach Nusfjord, einem alten Fischerdorf das komplett aus dem 19. Jahrhundert herübergerettet wurde und mittlerweile auf der World Heritage List der UNESCO steht.

Und überall der 'wohlriechende'Stockfisch. Am Rückweg entdecken wir nach Leknes ein paar Ziegen auf einem Hausdach grasen... Von unserem Hüttenvermieter erstehen wir sehr günstig einen fangfrischen absolut delikaten Seelachs zum Abendmahl, wir rufen nochmal bei der Walsafari an und sie sagen uns daß das Wetter morgen gut sein soll und es ziemlich sicher eine Whale Watching Tour geben wird.

Walsafari


Heute soll es endlich soweit sein, schon mit der 1. Fähre geht's um 6.30 Uhr von Fiskebøl nach Melbu und weiter nach Andenes wo wir bereits gestern telefonisch unsere Walsafari reserviert haben. Um 10.30 Uhr gehts mit Museumsführung & DiaShow los, um 12.00 Uhr legen wir Richtung Polarmeer ab. Mit Entsetzen mußte ich feststellen daß mir der offene Atlantik nicht ganz gut tut, wovon ich weder auf den Fähren noch beim Segeln in Kuba etwas merkte, aber das liegt sicher auch ein wenig am 'Fischkutter' mit dem wir unterwegs sind. Aber es ist das Geld und die 'Anstrengung' allemal wert, wir bekommen 6 Pottwale teilweise ziemlich nah zu Gesicht und es ist wirklich ein einmaliges Erlebnis (ca. Ende August - September stehen die Chancen Killerwale zu sehen auch sehr gut). Die knapp 700,- NOK schrecken zwar Anfangs ein wenig, ich finde aber das es das Geld absolut wert ist, hier wird einem für sein Geld doch einiges geboten im Gegensatz zu den knapp 200,- NOK beim Nordkapp.

Nach unserer Rückkehr gegen 16.30 Uhr geht es ab nachhause in unsere Hütte. Da das Wetter heute wunderschön ist und die Sonne strahlt (trotz relativer Kälte am Boot haben wir im Gesicht etwas Farbe aufgezogen!) wollen wir ein wenig die Mitternachtssonne 'anbeten' Der wunderschöne Sandstrand in Eggum erscheint uns als idealer Platz.

Der weitere Reiseverlauf führt uns über Narvik, am Tor nach Lappland (Lapporten) vorbei wieder nach Kiruna und weiter nach Gällivare, zum Sjöfallsleden und weiter nach Jokkmokk wo wir den Polarkreis passieren.

Als Abschluss machen wir noch einen kurzen Zwischenstopp im Venedig des Nordens - Stockholm.

Bernie Mayer

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