Reisebericht Epiros

von Yom am 30.06.2020

Unbekanntes & grünes Griechenland

"Urlaub im Épiros? Wo ist denn das?" - diese Reaktion bekommt man meistens, sobald man von dem Reiseziel berichtet. Der Épiros ist, das Festland hinter der Insel Korfu und grenzt im Norden an Albanien. Für Griechenland ist weniger ungewöhnlich, dass er sehr gebirgig ist. Eher ungewöhnlich ist, dass es dort auf Grund der stärkeren Niederschläge ungewöhnlich grün ist und sogar Wälder gibt.


Die Anreise ist mit dem eigenen PKW über Italien mit einer Autofähre nach Igoumenitsa möglich. Wir wählten die Anreise mit dem Flugzeug zum Flughafen Aktium bei Préveza. Pauschalreiseangebote hat nur ein einziger Anbieter in Deutschland, der sich auf Griechenland spezialisiert hat, im Angebot.

Am Flughafen übernimmt man am besten gleich einen von der Heimat aus vorbestellten Mietwagen. Die vorbestellten Mietwagen waren bisher immer günstiger als Angebote vor Ort. Eine griechische Besonderheit beim Anmieten ist die Tankfüllung. Der Mietwagen wird nicht wie bei uns immer vollgetankt übergeben, sondern der Benzinstand laut Tankanzeige wird im Mietvertrag festgehalten und mit diesem Stand ist das Auto auch wieder zurückzugeben. Kilometer sind immer unbegrenzt inbegriffen.

Gleich außerhalb des Flughafengeländes befindet sich eine große Tankstelle, wenn der Benzintank schon recht leer sein sollte. Dann geht es unter der Meerenge bei Préveza durch einen Unterwassertunnel hindurch (einfache Fahrstrecke 3,- EUR Maut).

Als Standort eignet sich der malerische Küstenort Parga (60 km nördlich des Flughafens). Von dort aus sind alle Sehenswürdigkeiten gut zu erreichen. Meine Hotelempfehlung ist das 'Adams Hotel', familiengeführt, sauber und zum Abendessen eine so gute Küche, daß die Gäste auch von außerhalb kommen. Von dort sind es 10 Gehminuten zum Hafen Pargas. Das Hotel liegt allerdings nicht am Meer. Aber um die zahlreichen Strände und Buchten des Épiros zu erreichen haben wir ja unseren Mietwagen.

Für die Ausfüge bieten sich an:

Das Totenorakel Nekromanteion mit seiner heute noch erhaltenen Halle des Hades. Dort haben die Priester in der Antike vor den Gläubigen eine richtige Show abgezogen. Durch ein Labyrinth geführt und vermutlich durch Drogen verwirrt, wurden vor ihnen im Zwielicht an einem Holzkran Personen hochgezogen und so vermeintlich zum Schweben gebracht.Später wurde das Nekromanteion durch eine orthodoxe Kirche überbaut, die bei Ausgrabungen teilweise von unten her (!) abgetragen wurde. So ist die Anlage des Nekromanteions heute gut erhalten.

Das grüne Tal des Flusses Acheron, der in der Antike als Eingang zur Unterwelt galt, sollte ein weiteres Ziel sein. Dort kann man wandern und benötigt allerdings feste Badeschuhe, da oft durch das Flußbett gewatet werden muß. In der Hauptsaison werden auch Rafting-Touren angeboten. Der im Sommer wohl niedrigere Wasserstand läßt diese dann eher gemütlich ausfallen.

Die Ruinen der antiken, griechischen Stadt Kassope sollte man - bei entsprechendem Interesse - keinesfalls versäumen. Auf einem Hochplateau, in der Ferne die Küstenlinie in Sicht haben sich die Hellenen ein feines Plätzchen für ihre Stadt ausgesucht. Die Kassopäer, ein Teil des Stammes der Thesproter gründeten die Stadt um 350 v. Chr.

Bei Paramythia schraubt sich die Straße in dramatischen Serpentinen hinauf zu der im Gebirge seit Jahren im Bau befindlichen Autobahn. Dort erreicht man auf ihren Teilstücken das Orakel von Dodoni, welches älter als das bekannte Orakel von Delphi ist. In Dodoni wurde die Zukunft aus dem Flug der Vögel und dem Rauschen der Eichenblätter vorhergesagt. Deshalb steht heute noch eine Eiche über dem antiken Theater.

Wer seine Nerven und den anvertrauten Mietwagen griechischem Stadtverkehr aussetzen möchte, kann einen Abstecher nach Ionannina, der Hauptstadt des Épiros machen. Ionannina liegt an einem großen See. Das archäologische Museum ist allerdings seit Jahren wegen Renovierung geschlossen und macht nicht den Eindruck als wenn es in den nächsten Jahren wieder eröffnen werden würde.

Wer zu den Zigoria Dörfern in den Bergen hinter Ionannina wandern möchte, wählt am besten die Gegend um die Hauptstadt als "Basislager".

Auch dem modänen Hafenstädtchen Préveza sollte man einen Besuch abstatten. Eine schöne Fußgängerzone mit interessanten Geschäften und gute Fischlokale im Bereich des Jachthafens sind besonders hervorzuheben.

In der Meerenge bei Préveza obsiegte am 2. September des Jahres 31 v. Chr. die Flotte von Kaiser Augustus über die Flotte von Marcus Antonius und Kleopatra. Zu Ehren des Sieges ließ Kaiser Augustus die Stadt Nikopolis(Siegesstadt) für 300 000 Einwohner aus dem Boden stampfen. Um sie mit Einwohnern zu füllen wurden die umliegenden Städte, darunter auch das oben erwähnte Kassope, entvölkert. Die Einwohner wurden also zwangsweise umgesiedelt (Synoikismos). Das heute als Ruine erhaltene Stadtgelände ist so groß, daß man zwischen den interessanten Punkten mit dem Auto hin und her fahren muß. Es sind: Theater und Stadion, beide stark zerstört, sowie Basilika, Odeon, Stadtmauer, Stadttore, Türme und ein kleines Museum.

Zum Epiros ist mir kein speziell diese Gegend behandelnder Reiseführer bekannt und in Reiseführern über ganz Griechenland oder Nordgriechenland finden sich meist nicht mehr als 20 Seiten. Eine stäfliche Vernachlässigung, die dem Gebiet nicht gerecht wird. Auch dann nicht, wenn man nicht absoluter Griechenland-Fan, so wie ich, ist.

Na, hast du Lust auf Griechenland bekommen? Bei uns findest du bestimmt einen Griechenland Reisepartner!

Yom

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