Reisebericht Great Ocean Road

von Boeschenstein am 05.06.2019

Roadtrip in Australien

Über den „Princess Hwy “ via die Ferienorte Kingston SE, Robe, Beachport Richtung Mt. Gambier. Auf anraten von Bekannten, habe ich das „deutsche“ Hahndorf umfahren. Begründung: Nur Tourismus, keine Originalität mehr. Auch der geplante Übernachtungsort Robe entsprach nicht meinen Vorstellungen. So wurde die erste Etappe etwas länger. Landschaftlich gab es nichts Besonderes. Viele Brackwasser- und Salzseen, Dünen, Farmland. Die 480 km sind auf der wenig befahrenen Strasse leicht zu bewältigen. Ornithologisch Interessierte sollten für dieses Gebiet aber genügend Zeit einplanen, denn im Coorong N.P. gibt es für sie viel zu sehen. In Mt. Gambier – nahe der „Blue Lakes“ – und in der Umgebung sind genügend Übernachtungs-Möglichkeiten vorhanden.


Das nächste geplante Etappenziel - Nelson, nur 50 Km entfernt – war leider auch nicht zu realisieren. Die vorgesehene Flussfahrt zu den Princess Margret Rose Caves findet in den Monaten Okt/Nov nur jeweils MI/SA/SO statt und heute war Montag!

Die 15 km entfernte Höhle war offen – stdl. Führungen ab 10.00 Uhr. Ich traf 09.30 ein; doch es sind min. 2 Pers. für eine Führung nötig und den Preis für 2 zu bezahlen ging auch nicht. Also warten. Und siehe, 10.05 Uhr stand noch ein engl. Paar an der Kasse. Aber eben 5 Minuten nach zehn. Unerbittlich pochte die Kassierin auf die genaue Zeit. Nochmals 1 Std. warten für eine Führung, die 40 Min. dauert? Wir drei verliessen verständnislos und kopfschüttelnd diesen ungastlichen Ort. Tropfsteinhöhlen gibt es auf meiner Reise ja noch mehr zu sehen. Nun habe ich also zwei Tage Zeitvorsprung, kann irgendwo einen ungeplanten Halt einschalten.
Die Strasse nach Portland führt durch Farmland und Wälder. Die wenigen Trucker die hier fahren, sind sehr rücksichtsvoll, weichen meist aus, damit gefahrloses Überholen möglich wird. Einen Abstecher zum Cap Bridgewater und schon ist der erste ungeplante Stopp angesagt. Dies nach total 140 km. Gepflegte „B+B`s“ hat es etliche. Wer Ruhe sucht ist hier richtig und zu entdecken gibt es im näheren Umkreis auch einiges. Bridgewater Lakes, Tarracal Caves, Blowhole usw.

Great Ocean Road

Die nächsten 190 km bis Port Campbell via Port Fairy sind bis Warrnambool nicht besonders spektakulär. Danach aber lohnt sich jeder Abstecher an die Küste. The Cove, Bay of Islands und andere. Alle gut ausgeschildert.

Trotz einigen Stopps und kurzen Wanderungen ist genügend Zeit, um rechtzeitig zum Sonnenuntergang einen Helirundflug zu starten. Ab Peterborough gibt es auch genügend Unterkünfte. (Diese sollten bis ca 16.00 Uhr tel.bestellt oder bezogen sein)

Was ich mit dem Helikopter von oben sah, erwanderte ich am nächsten Tag. Ein voller Tag ist hiezu unbedingt einzuplanen. Zwei Übernachtungen sind also das Minimum. Fahren Sie am früheren Morgen erst zu den „Twelve Apostles“, später sind da nämlich viele Touristenbusse und auf den hölzernen Gehwegen kann es eng werden.

Der Abschnitt Port Campbell – Lorne, ca 180 km mit allen Abstechern, ist eine Traumstrecke. Kurvenreich zwar, aber landschaftlich einzigartig. Drei Umwege sind dabei besonders zu empfehlen: Zum „Otway Fly Tree Top“, von Lavers Hill etwa 15 km. Wer die Ruhe im Regenwald geniessen will, sollte spätestens 09.30 die Wanderung beginnen. (ab10.30 Uhr viele Touristen/Schulklassen) Für dieses erste Ziel - 65 km - benötigt man ca. 1Sdt.20 Min.
Einen Pic-Nic Stopp in Johanna Bay und durch den Otway N.P.- hier gibt es viele Koalas – zum Leuchturm.
Von Apollo Bay bis Lorne ist die Küstenstrasse besonders schön. Immer wieder sind kurze Wanderungen zu Lookouts oder Wasserfällen möglich. Und immer alle gut ausgeschildert.
Problemlos fand ich ein gutes, gepflegtes Motel, etwas erhöht mit Sicht über das Dorf und auf das Meer.

Mit der 12.00 Uhr Fähre überquerte ich die Meerenge von Queenscliff nach Sorrento. Von da wiederum der Küstenstrasse entlang. Von Villenviertel zu Villenviertel, von Badestrand zu Badestrand. Je näher ich Melbourne entgegenfuhr, umso stärker wurde der Autoverkehr. 190 km. sind es von Lorne bis St. Kilda

Ein Film-Festival

Um 15.00 Uhr in St. Kilda angekommen, wollte ich erst eine Unterkunft suchen. Eigentlich frühzeitig genug. Doch Vergebens, weder da noch in der Stadt Melbourne war etwas zu finden. Volle vier Stunden fuhr ich im dichtesten Stadtverkehr von Hotel zu Hotel, ohne Erfolg. Genervt – da ich mich auch noch verfahren hatte – verliess ich richtig frustriert Melbourne. Gesehen von dieser angeblich interessanten Stadt habe ich nur Verkehr. Schade, wollte ich doch drei Nächte hier bleiben. Abends um 20.00 Uhr fand ich dann ausserhalb der Stadt – in Cranbourne – eine Viersterne-Unterkunft für 180.-- AUD!! Später sah ich in den Fernseh-Nachrichten den Grund meines Misserfolges: Ein Film-Festival.
Nun hatte ich wieder Vorsprung auf meine Reiseplanung. Also - entgegen der Empfehlung meiner australischen Freunde – doch einen Besuch auf Phillip Island. Und hier erging es mir gleich wie in Melbourne. Zwar fand ich nach längerem Suchen eine Unterkunft. Noch einmal musste ich für 180.-- AUD übernachten! Diesmal war es ein Autorennen, das für massiv überhöhte Preise sorgte.
Das Erkunden der Insel brachte wenig. Alles überteuert. Tiere nur in Gehegen. Da bietet Kangaroo Island wesentlich mehr; in freier Wildbahn. 
Die Fahrt ins 310 km enfernte Lake Entrance führte über Wonthaggi nach Inverloch, einem netten kleinen Ferienort an der Küste. Der Strzelecki Hwy nach Morwell ist eine sehr schöne, abwechslungsreiche Strecke. Ebenso die A1 bis Lake Entrance. Lake Entrance ist wirklich einen Aufenthalt wert. Günstige und gute Unterkünfte. (180.-- AUD für 4 Nächte, in zentraler Lage) Hervorragende Restaurants für Seafood, viele Möglichkeiten für Boots-Ausflüge. In naher Umgebung - Buchan ca. 50 km – eine sehenswerte Tropfsteinhöhle.

Die Reise geht weiter Richtung Merimbula. Noch einen lohnenswerten Umweg über Malo und Cape Conran. Hier findet man schöne Küsten-Abschnitte und gute Pic-Nic Plätze. Am Cape Coran ist auch ein schöner Wanderweg. Auch Malacoota ist mehr Wert wie nur ein Pic-Nic Stopp. Eine Übernachtung, einige Wanderungen sind durchaus zu empfehlen. Die ganze Strecke von Lake Entrance bis Eden führt durch einen riesigen Eukalyptus- Wald. Ein Nationalpark reiht sich an den andern. Und alle laden zum Wandern ein. Die Strasse ist gut ausgebaut und die 300 km inkl. allen Abstechern, sind leicht zu bewältigen.

Merimbula – ein netter Ferienort mit sehr gutem Angebot. Bekannt auch für gute Austern und Hummer. Im „Pelican Motor Inn“ war ich bestens und preiswert untergebracht. (Da kommt der Ärger über die Abzocke auf Pillip Island wieder hoch.) Schöne Wanderwege entlang der Küste, besonders der 1,7 km lange Walkway ab der Brücke. Gut eine Std. hin und zurück braucht es für diesen interessanten Weg, der teils über das Wasser führt. Auch das Aquarium ist sehenswert, natürlich nicht zu vergleichen mit Sydney. Alles in Allem erlebte ich hier zwei wunderschöne Tage.

Auf zu den Surfer Paradisen

Bei gutem Wetter unternahm ich die nächsten 200 km bis Batemans Bay. Eine gemütliche Fahrt entlang der Saphir Coast. Dieser Küsten-Abschnitt verdient den Namen zu recht. Auf dem Tourist Drive Nr. 9 in eine abwechslungsreiche Gegend mit wenig Verkehr. Durch den Mimosa National Park zu Surfer Paradisen. Farmland, Wälder, Seenlandschaften wechseln sich ständig ab. Überall wunderschöne Pic-Nic Plätze. Z.B. Wallaga Lake oder am Coruna Lake.

Ab Moruya habe ich den Princess Hwy wieder verlassen, um an der Küste weiter zu fahren. Ein ganz kleiner Umweg, der aber sehr schön ist. Über Batemans Haven – übrigens ansprechender als Batemans Bay – gelangte ich zu meinem Etappenziel. Hier erwischte mich dann ein richtiges Gewitter mit heftigem Sturm. Aber auch dies kann schön sein, vorausgesetzt man sitzt selber geschützt. Ein kleiner Abstecher zu dem nachgebauten Goldgräberdorf „Old Mogo“ ist recht schön, sollte aber nicht überbewertet werden. Es ist nicht ein unbedingtes Muss.

Kiama – 150 km weiter – war das vorletzte Ziel meiner Reise. Auf dieser Strecke ist der schöne Nationalpark Jervis Bay. Der kostet allerdings 10.-- AUD Eintritt. Dafür konnte ich an der Murray Beach in ca. 23-24° warmen Wasser baden. Allfälligen Proviant müssen Sie aber mitbringen. Es gibt keine Verpflegungs- Möglichkeiten. Doch die Abstecher lohnen sich.

Kiama – ein reizendes Städtchen, aber schon ganz auf die Touristen des nahen Sydney eingestellt. Eines der Wahrzeichen ist die rosarote Kirche, das andere ein Loch im Felsen, durch das bei rauer See Wasser-Fontänen hochschiessen. Leider hatte das „Blowhole“ keine Lust zum pusten – die Tasman-Sea war zu ruhig. Auch gibt es hier ein bemerkenswertes Felsbassin, das von den Wellen dauernd frisches Wasser bekommt.
Die Preise hier haben merklich angezogen. Aber trotzdem – einen Stopp vor dem Reiseende allemal wert – schon weil man hier auch sehr gut essen kann.

Der letzte Strecken-Abschnitt nach Sydney führt über die hässliche Industriestadt Wollongong, dann aber - abseits des Princess Hwy – durch den „Royal N.P.“ Noch einmal ein landschftlicher Höhepunkt, bevor ich in Bondi Beach im Swiss Grand Hotel meine fantastische Reise unbeschadet, glücklich und gesund beendete. Total 38 Tage war ich nun in Australien unterwegs.

Ein gutes Abschieds-Nachtessen mit unseren Freunden, eine geruhsame Nacht in einem gepflegten Hotel bevor ich zum weiten Flug zurück nach Europa startete. (Welch logistische Leistung: Ich konnte sogar direkt bis Fuerteventura / Canary Islands, unserem Domizil, durchchecken!)

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Boeschenstein

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