Reisebericht Kapverden

von Stefano am 25.06.2019

Abenteuerlicher Windsurftrip

Februar 2003, München, Sal, Sao Vicente, Santo Antao
Irgendwann entstand der Plan, sich beim Windsurfen mal ausserhalb der Trampelpfade der etablierten Surfhorden zu bewegen. Beim Recherchieren sind wir dann auf die ITOMA getroffen und auf einen Special Trip, den der Eigner der ITOMA www.itoma.at damals nur ein einziges Mal organisierte. Nämlich in kleinen Kugelzelten am Rande einer Lavazunge der kargen Insel Sao Vicente 10m vom Wasser entfernt zu campen. Ohne Luxus, ohne Animateure, ohne geregelten Speiseplan a la Robinson und vor allem direkt dort, wo andere niemals hinkommen. Für diejenigen, die etwas damit anfangen können sage ich nur: 2-3m cleane Welle, Wind 4-6 Bft cross-offshore und niemand auf dem Wasser. Niemand, ausser unsere kleine Gruppe aus ein paar Bayern, einem Hamburger und vier Österreichern. Einer davon der Chris, g'standener Freestyler und Worldcup-Pro aus Österreich.


Wir sind nach rund 7h Flug gut angekommen, auch das Surfmaterial. Nur nicht das Material von einem Typen, der tatsächlich in stoischer Ruhe ertragen hat, dass ihm die Airline täglich neue Varianten serviert hat, wo sein Material denn geblieben ist. Ganze 2 Wochen lang. Sowas nenn' ich mal "innere Ruhe".

Was einfach unbeschreiblich war an der Szenerie auf Sao Vicente ist diese Unendlichkeit des Spots und der brechenden Welle und dazu die Einsamkeit. Es ist schon ein bisschen "scary" zu wissen, dass bei ablandigem Wind ohne Rettungsboot irgendwann nur noch Brasilien kommen wird. But who cares, dort gibt's Caipi und Chicas. Dafür ist die Population an Great Whites an diesem Spot deutlich geringer als ein paar tausend km weiter südlich in Kapstadt ;) Also - in anderen Worten - das Risiko war kalkulierbar ;)

Windsurftrip auf die Kapverden

Wir pflegten also jeden Tag dasselbe Ritual - ausschlafen, Frühstück, ein bisschen lesen, auf Wind warten und irgendwann raus in die Welle. Wir haben es eigentlich ganz gut erwischt, ca. 60% Gleitwind und dazu mindestens 4 Tage mit der "perfekten Welle". Unendliche Turns und zurück an den Ausgangspunkt wie mit dem Skilift. Besser geht es kaum. OK, zugegebenermassen ist Sao Vicente nicht der Diamond Head, Cape Point oder Hookipa - aber ich bin selten so im "Flow" gewesen wie an diesem Spot.

Eine sehr lustige Episode gab es dann auch noch. Irgendwann war Vollmond und der Max, Skipper der Itoma, nahm das steigende Wasser eher nur beiläufig zur Kenntnis. Er hatte ja auch eine Wohnung im Hauptort von Sao Vicente. Aber wir Strandnasen waren irgendwann nur noch 2m von den bei Flut auflaufenden Wellen entfernt und bauten schon kleine Sandwälle vor unseren Kugelzelten. Und morgens kam der Max und verkündete: "Geh heast, bei Voimond is des Wasser eh ganz obn und moing nimmt da Mond eh wida ooob. Na schaug, is doch koa G'schicht." Logisch, klingt plausibel und der Max ist eh vollpatenter Kapitän. Nur seine Itoma schwimmt immer oben, egal wie hoch das Wasser steigt. Deswegen hat er wohl vergessen, dass der Wasserstand immer erst 2-3 Tage nach Vollmond am höchsten ist. "Eh koa G'schicht, vor allem wenn man ja die Dämme vor den Kugelzelten eh no a bisserl aufbaun ko." Too make along story short - 3 Wellen haben es dann doch geschafft unser Kugelzeltdorf an die Klippe zu nageln und alles mal solide zu "panieren". Ich glaub das war das Wort, das Max dann gesagt hat... ;)

Die Kapverden

Im Winter habe ich dann die Bilder vom Tsunami gesehen und mir nur gedacht: So a bisserl höher hätten wir die Sandwälle doch noch bauen sollen.

Anyway - der Trip war grosses Kino, am Ende haben wir dann noch ein Fotoshooting für die Cabo Verde Airline veranstaltet und sind quasi per privatem Airtaxi sicher nach Sal zurückgekommen. Der Ausflug nach Santo Antao hat ausser platten Füssen nicht viel neue Erkenntnis gebracht, wie insgesamt die Kapverden nicht gerade mit blühenden Landschaften punkten können. Aber vielleicht bin ich da auch vorbelastet durch 6 Surftrips nach Fuerte (= Sandhaufen).

thx an Micha, Rudi, Flo, unseren Local für die leckeren Fische, dem Chris für seine Airjibes, dem Max für die Mondg'schicht und allen anderen für 2 coole Wochen irgendwo am Rande der Welt.

Hang loose...

Bei uns findest du bestimmt einen Surfen Reisepartner für deinen nächsten Trip!

Stefano

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